Panorama

Kein wirkungsvolles Mittel Ampel lehnt Corona-Tests für Reisende aus China ab

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Erstmals seit drei Jahren dürfen chinesische Bürgerinnen und Bürger wieder ausreisen.

(Foto: picture alliance / Kyodo)

Durch China rast derzeit eine riesige Corona-Welle. Gleichzeitig genehmigt die Führung in Peking wieder großflächig Reisen ins Ausland. Länder wie die USA führen aus Sorge vor neuen Virusmutationen daher verpflichtende Corona-Tests ein. Die Ampel warnt vor Panikmache.

SPD, Grüne und FDP haben sich gegen Corona-Restriktionen für aus China kommende Reisende ausgesprochen. Es sei wichtig, die Lage in China "kritisch zu beobachten und gegebenenfalls zu reagieren", sagt SPD-Gesundheitsexpertin Heike Baehrens in der "Welt". Mit Blick auf Forderungen aus der Union betont sie aber auch: "Die Einreise zu beschränken oder gar Flugverbote auszusprechen, halte ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht für angezeigt."

Gesundheitsexperte Janosch Dahmen von den Grünen stützt Baehrens' Position: "Die Idee, den Eintrag des Coronavirus bei einem Ausbruch der Dimension, wie wir ihn zurzeit in China sehen, durch Reisebeschränkungen oder das Einstellen von Direktflugverbindungen nach Deutschland aufhalten zu wollen, ist unrealistisch."

Dahmen empfiehlt stattdessen, sich auf wirkungsvolle Instrumente zu konzentrieren wie das Tragen von Masken im Innenraum, das Testen vor Zusammenkünften mit Risikogruppen und die verlässliche Umsetzung bewährter Hygienekonzepte. "Neue, sehr viel gefährlichere Virusvarianten sind zwar eher unwahrscheinlich, aber möglich", fügt er hinzu.

Keine Panik schüren

Auch FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus warnt davor, Panik zu schüren. "Führende Virologen gehen davon aus, dass durch die Coronavirus-Welle in China kein neues Virus entsteht. Virusvarianten entstehen überall auf der Welt, es gibt aber keinen Hinweis auf eine gefährliche Mutation." Daher sei ein genaues Beobachten die angemessene Reaktion.

"Wir befinden uns in Deutschland in einer endemischen Phase, haben eine Basisimmunisierung von über 95 Prozent, es stehen effektive Impfstoffe zur Verfügung." Daher gebe es keinen Grund mehr für staatlich verordnete Schutzmaßnahmen.

EU berät kommende Woche

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China erlebt derzeit den weltweit höchsten Anstieg an Covid-Infektionen, die Krankenhäuser sind vielerorts überfüllt. Peking war Anfang Dezember in einer radikalen Kehrtwende von seiner strengen Null-Covid-Politik abgerückt. Seither wurden die Corona-Restriktionen deutlich gelockert.

Mehrere Staaten, darunter die USA, Frankreich, Spanien und Großbritannien, ordneten angesichts der hohen Infektionszahlen in China eine Corona-Testpflicht für Reisende aus der Volksrepublik an. Kommende Woche wollen die EU-Staaten über eine gemeinsame Strategie beraten.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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