Panorama

Mordfall Susanna F. Angeklagter kehrt an Tatort zurück

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Ali B. war in Handschellen vor Ort und wurde während der gesamten Zeit von einem Polizisten am Arm festgehalten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beim Prozessauftakt gesteht der Angeklagte Ali B. den Mord an Susanna F. Jetzt kehrt er an den Tatort zurück. Festgehalten von Beamten, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, zeigt er, wo er die Schülerin ermordet and verscharrt hat.

Im Prozess um die Vergewaltigung und den Mord an der 14-jährigen Susanna F. aus Mainz hat die zweite Strafkammer des Landgerichts Wiesbaden die Tatorte und den Fundort der Leiche begutachtet. Rund 30 Prozessbeteiligte sahen sich im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim die Orte in der Nähe von Bahngleisen und einer Autobahn an. Susannas Mutter blieb dem Termin fern.

Angeführt von Richter Jürgen Bonk besah die Gruppe mit dem Angeklagten Ali B. zunächst den Ort, an dem Susanna vergewaltigt worden sein soll. Nach rund 20 Metern verschwand die Gruppe im Dickicht. Die Bahnstrecke wurde für den Termin nicht gesperrt. Eine Regionalbahn fuhr unmittelbar an den am Gleis positionierten Polizeibeamten vorbei, die mit Hunden die Strecke abliefen.

Ali B. führt zu Leichenfundort

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Ali B. führt die Beamten in ein Gebüsch in der Nähe einer Bahnstrecke.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anschließend führte der von Spezialkräften festgehaltene B. unter einer Fußgängerbrücke hindurch zum zweiten Tatort. Dort, auf der anderen Seite der Gleise, soll der 22-Jährige Susanna ermordet und vergraben haben. Mit auf dem Rücken gefesselten Händen versuchte B. zu zeigen, wo er in der Tatnacht mit Susanna entlang ging. Dieser Richtung folgend kletterte die Gruppe in eine nicht einsehbare Böschung.

Bei Susannas Familie und Bekannten sorgte der Ortstermin für mulmige Gefühle. "Ich habe selbst Kinder. Ich kann mir vorstellen, wie sich Susannas Mutter fühlt", sagt eine Freundin der Familie. Die Staatsanwaltschaft wollte sich vor Ort nicht äußern.

B. wird vor dem Wiesbadener Landgericht vorgeworfen, Susanna im Mai vergangenen Jahres vergewaltigt und ermordet zu haben. Im gleichen Strafverfahren muss sich der 22-Jährige wegen des schweren Raubes verantworten. B. ist in einem weiteren Verfahren wegen der Vergewaltigung einer Elfjährigen angeklagt. Dieser Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Quelle: n-tv.de, vck/AFP

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