Panorama

Nach Bluttat an Schule Angreifer von Esslingen stellt sich

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An der Schule wurde ein Messer gefunden. Ob es die Tatwaffe ist, steht noch nicht fest.

(Foto: dpa)

An einer Grundschule in Esslingen sticht ein Mann mit einem Messer auf eine Erzieherin und ein siebenjähriges Mädchen ein. Beide werden in ein Krankenhaus gebracht. Der mutmaßliche Täter bittet Stunden später einen Passanten, die Polizei zu rufen und lässt sich widerstandslos festnehmen.

Nach der Messerattacke an einer Esslinger Grundschule mit zwei Schwerverletzten ist ein 24-Jähriger festgenommen worden. Bei dem Mann handle es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Tatverdächtigen, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Abend mit.

Er habe in Stuttgart einen Passanten angesprochen und diesen um Alarmierung der Polizei gebeten, weil er für die Tat in Esslingen verantwortlich sei, hieß es weiter. Er sei am frühen Abend in Stuttgart widerstandslos festgenommen worden.

Eine 61 Jahre alte Betreuerin und ein kleines Mädchen waren schwer verletzt worden. Die Tat soll sich im Eingangsbereich der Schule abgespielt haben. Der Täter sei von einer Mitarbeiterin angesprochen worden, als er die Schule betreten habe, teilte die Polizei mit. Darauf habe er aber nicht reagiert, sondern sei ins Untergeschoss gelaufen und habe dort das Mädchen und die Betreuerin mit einem Küchenmesser angegriffen. Es seien erst wenige Kinder in der Betreuung gewesen. Sie würden psychologisch betreut.

Zum Tatmotiv gibt es bisher weiterhin keine neuen Erkenntnisse. Viele Fragen sind nach wie vor offen: Was war der Plan des Mannes? Hatte er es gezielt auf die Frau oder das Kind abgesehen, die im Rahmen der Ferienbetreuung an der geschlossenen Schule waren? Oder sind es Zufallsopfer gewesen? Die Betreuerin und das Kind hätten sich im Rahmen der Ferienbetreuung an der geschlossenen Schule aufgehalten, heißt es nach der Tat.

Polizei stundenlang ohne jede Spur

Noch Stunden nach der Bluttat an der Grundschule hatte von dem Mann jede Spur gefehlt, die Polizei suchte mit einem Großaufgebot, setzte Spürhunde und einen Hubschrauber ein. Laut Polizei waren mehrere Tatverdächtige kontrolliert worden. Alles ohne Erfolg. Unterdessen waren die Opfer des Mannes ins Krankenhaus gebracht und behandelt worden. Sie sind durch Stiche schwer verletzt worden, aber schweben nicht in Lebensgefahr, wie ein Polizeisprecher am Schulgebäude betonte. Zwar war bei der Suche rund um die Schule ein Messer gefunden worden. Es ist aber bislang unklar, ob es sich dabei auch um die Waffe handelt, die der Mann bei seinem Angriff in der Schule benutzt hat.

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In Baden-Württemberg sind derzeit Pfingstferien, in der Schule werden Kinder betreut. Nach der Tat wird das Gelände bis in die Mittagsstunden abgesperrt, Polizisten durchsuchen das Gebäude. Wer sich nach der Tat vor der Schule umsieht, blickt in fragende und schockierte Gesichter von Anwohnern. "Beängstigend, dass sowas hier passiert ist", sagt einer von ihnen. Es sei eigentlich ein ruhiges Viertel, doch am Morgen sei er von einem Polizeihubschrauber geweckt worden. "Ich kann das gar nicht glauben."

Der Tatort, die Katharinenschule, liegt als Ganztagsschule am Rande der Esslinger Altstadt. Während der Schulzeit werden in den jeweils drei Klassen der vier Jahrgangsstufen insgesamt 280 Jungen und Mädchen betreut.

Quelle: ntv.de, Christian Johner und Martin Oversohl, dpa

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