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Gerüstfirma: "Wir bedauern das" Arbeiter an Notre-Dame rauchten trotz Verbot

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Gerüstbauer an Notre-Dame: Firmensprecher Eskenazi warb um Verständnis für die Arbeiter, die das Rauchverbot missachtet hatten.

(Foto: imago images / Le Pictorium)

Gut eine Woche nach dem verheerenden Brand von Notre-Dame wird bekannt: Arbeiter der dort tätigen Gerüstbaufirma haben das Rauchverbot missachtet. Die Firma bestreitet jedoch einen Zusammenhang mit dem Feuer und wirbt um Verständnis für die rauchenden Arbeiter: Das Hinabsteigen dauere so lange.

Vor dem Großbrand von Notre-Dame haben Arbeiter auf dem Dach der Pariser Kathedrale das strikte Rauchverbot missachtet. Das räumte die Gerüstbaufirma Le Bras Frères ein. Einige ihrer Mitarbeiter hätten "sich ab und zu über das Verbot hinweggesetzt", erklärte die Firma. "Wir bedauern das." Das Unternehmen bestritt aber einen Zusammenhang mit dem verheerenden Feuer.

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Der ganze Weg runter war einigen Arbeitern wohl zu weit.

(Foto: imago images / Le Pictorium)

Mitarbeiter der Firma hatten auf dem Dach der Kathedrale für Renovierungsarbeiten ein Gerüst um den gut 90 Meter hohen Spitzturm aufgestellt, der bei dem Brand einstürzte. Firmensprecher Marc Eskenazi warb um Verständnis für die Arbeiter, die das Rauchverbot missachtet hätten. Es sei "ein bisschen schwierig gewesen, von dem Gerüst hinabzusteigen, weil das Zeit braucht".

"Kann keine Ursache des Brandes sein"

Der Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Jarny bei Metz in Ostfrankreich betonte aber: "In keinem Fall kann ein schlecht ausgedrückter Zigarettenstummel Ursache des Brandes von Notre-Dame sein."

Die Satire- und Investigativzeitung "Le Canard enchaîné" berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, die Ermittler gingen zudem der Hypothese eines Kurzschlusses bei den Elektromotoren der Aufzüge zu den Gerüsten nach. Firmensprecher Eskenazi schloss auch dies aus: Es habe "keinerlei Probleme" mit den Motoren gegeben, sagte er. Zudem seien sie weit von dem Spitzturm entfernt, und das Feuer habe "im Inneren des Gebäudes" begonnen.

Notre-Dame erhält nun Plastikplane

An der Stelle des eingestürzten Daches bekommt die Kathedrale nun eine Plastikplane. Die Arbeiten über dem Chor des gotischen Gotteshauses hätten begonnen, erklärte Kirchensprecher André Finot am Dienstag. Demnach soll das Kirchenschiff abgedeckt werden. Mit der Plane soll Notre-Dame vor Regen geschützt werden, der ab dieser Woche erwartet wird. Er könnte das Innere der Kathedrale weiter beschädigen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren instand setzen zu lassen. Die Kathedrale soll pünktlich zu den Olympischen Sommerspielen in Paris im Jahr 2024 wieder eröffnen.

Quelle: n-tv.de, abe/AFP

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