Panorama

Spahn optimistischer als RKI Ärzte fürchten Mangel an Grippe-Impfdosen

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Grippe und Covid-19 könnten das Gesundheitssystem gleichzeitig belasten.

(Foto: imago images/MiS)

Wegen der Corona-Pandemie erwarten Kassenärzte, dass sich mehr Menschen gegen die Grippe impfen lassen wollen und es daher zu Engpässen kommen kann. Gesundheitsminister Spahn hingegen erhofft sich durch die Schutzimpfung "einen großen Erfolg in dieser Pandemie".

Nach der Ständigen Impfkommission melden nun auch die Kassenärzte Zweifel an, dass Deutschland in diesem Jahr über genügend Grippe-Impfdosen verfügt. "Wenngleich für die kommende Impfsaison 2020/2021 mit voraussichtlich 25 Millionen Impfstoffdosen zwar mehr Impfstoff als in den vergangenen Jahren zur Verfügung steht, ist dennoch eine Knappheit zu erwarten", heißt es in einem Papier der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Daher sollten die Arztpraxen zunächst und verstärkt Risikogruppen auf die empfohlene Impfung ansprechen und impfen.

Dagegen betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dass es genügend Impfstoff für die kommende Grippesaison gebe. Deutschland habe sich 26 Millionen Dosen gesichert, normalerweise seien es 18 bis 19 Millionen, sagte er. Wenn es gelänge, dass alle 26 Millionen Dosen verimpft würden, wäre das schon ein "großer Erfolg" in dieser Pandemie.

Denn sowohl die Grippe als auch Covid-19 seien Atemwegserkrankungen und könnten daher dieselben Teile des Gesundheitswesens gleichzeitig belasten, so der CDU-Politiker. Für das Grippegeschehen würde es einen deutlichen Unterschied machen, wenn alle Impfdosen auch genutzt würden.

Allerdings hatte Anfang September schon die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut einen Engpass befürchtet. Denn sie rechnet damit, dass sich wegen der Corona-Pandemie ein Großteil der Deutschen in diesem Jahr gegen Grippe impfen lassen will. Auch die Kommission empfiehlt daher die Impfung zunächst nur für Risikogruppen. Dazu zählten etwa Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Pflegeheim-Bewohner, Pflegekräfte und medizinisches Personal. Man könne nicht Millionen weiterer Dosen nachbestellen, weil der Impfstoff für die nun beginnende Grippe-Saison schon produziert sei.

Quelle: ntv.de, spl/rts