Panorama

"Ich bin fix und fertig" Ärzte und Pfleger flehen: Bleibt zu Hause!

Das medizinische Fachpersonal im ganzen Land geht wegen der Corona-Pandemie gerade an seine Grenzen. In den sozialen Medien bitten Ärzte und Pfleger eindringlich darum, dass die Menschen die Öffentlichkeit meiden, damit das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht.

Der Frühling ist da und die Menschen zieht es in die Parks und an andere öffentliche Plätze. Obwohl die Bundeskanzlerin dazu aufgerufen hat, genau das nicht zu tun, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Denn erkranken zu viele Risikopatienten zur selben Zeit an Covid-19, könnte das Gesundheitssystem zusammenbrechen. Jetzt wendet sich vermehrt das medizinische Fachpersonal selbst mit eindringlichen Posts an die Öffentlichkeit.

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Auf Instagram meldet sich eine Ärztin zu Wort, die sich "Doktor Ela" nennt, und berichtet aus ihrem derzeitigen Alltag in einer Klinik im nordrhein-westfälischen Lippstadt. "Heute hatte ich den schlimmsten Dienst in meinem Leben in einem Kleinstadtkrankenhaus. Ich kann nicht mehr. Ich bin echt fix und fertig", lautet der Text zu einem Foto, das sie selbst in Schutzkleidung zeigt. "14 Stunden panische Menschen. Menschen, die mich anschreien, weil ich sie nicht auf Covid teste. Menschen, die mich fragen warum ich nicht meine Schutzausrüstung ablege, wenn ich keine Angst vor Covid hätte."

"Bleibt cool"

Sie trage die Schutzkleidung, damit sie sich "auch noch in zwei, vier, sechs und acht Wochen um kranke Menschen kümmern kann". Man könne nicht alle Menschen mit Erkältungssymptomen auf einmal testen. Dafür sei unser Gesundheitssystem nicht ausgelegt. "Und selbst wenn man heute noch negativ ist, kann man morgen schon positiv sein." Weniger als 20 Prozent junger und gesunder Erwachsener hätten Symptome. Sie könnten andere, darunter womöglich Risikopatienten, dennoch anstecken ohne zu wissen, dass sie infiziert sind. "Bleibt cool und gebt Acht auf alte und kranke Mitmenschen. Bleibt ihnen zur Liebe zu Hause", fleht "Doktor Ela".

"Das Virus ist für normal immunkompetente Menschen harmlos wie eine Erkältung", schreibt auch der Arzt Martin Sprengel auf seiner Facebook-Seite. "Die wenigen Menschen, die es 'voll erwischt', weil sie alt, krank oder immungeschwächt sind allerdings, brauchen gegebenenfalls intensivmedizinische Betreuung." Diese sei stark limitiert und "eine Überflutung der Kliniken mit zu vielen schwer kranken Patienten auf einmal würde für viele dieser Risikopatienten den Tod bedeuten". Es müsse darum gehen, die Verbreitung zu verlangsamen und "über eine längere Zeit relativ wenige Neuerkrankungen zu produzieren".

Mittlerweile gehen zahlreiche Posts und Tweets vom Personal verschiedener Krankenhäuser viral. Sie alle teilen die Bitte von "Doktor Ela" und Martin Sprengel. Die Leute mögen doch den Anweisungen der Regierung und Experten folgen und daheim bleiben. "Jeder kann mithelfen, diese Pandemie zu verlangsamen. Aufhalten werden wir sie nicht. Aber verlangsamen ist schon viel wert, so können die Krankenhäuser sich um die Erkrankten kümmern ohne überrannt zu werden", so auch der Krankenpfleger Ricardo Lange.

Quelle: ntv.de, nan