Panorama

"Seit vielen Monaten geplant" Astrazeneca bekommt unaussprechlichen Namen

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Das Paul-Ehrlich-Institut meldete bislang 31 Fälle von Hirnvenenthrombosen nach der Astrazeneca-Impfung.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Mit der Entscheidung, Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca für unter 60-Jährige auszusetzen, nimmt die Impfkampagne in Deutschland eine publikumswirksame neue Wendung. Weitgehend unter dem Radar hingegen hat der Hersteller das Vakzin schon vor einigen Tagen umbenannt.

Weitgehend unter dem öffentlichen Radar hat der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astrazeneca sein Covid-19-Vakzin umbenannt. Auf der Website der Europäischen Arzneimittelbehörde wird der Impfstoff inzwischen nicht mehr unter dem Namen "Covid-19-Vaccine Astrazeneca" - oder kurz: Astrazeneca - geführt, sondern unter "Vaxzevria". Den Angaben zufolge erfolgte die Umbenennung bereits am 25. März.

In einer Stellungnahme heute Vormittag teilte das Pharmaunternehmen mit: "Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant." Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet, hieß es weiter. In anderen Märkten laufe derzeit noch eine Überprüfung. Der Impfstoff werde während der Pandemie weiterhin zum Selbstkostenpreis geliefert.

Die Impfkampagne in Deutschland nahm derweil am Dienstag eine neue Wendung: Nach Meldungen über weitere Hirnvenenthrombosen vereinbarten Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten, dass die Impfung mit Astrazeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahre uneingeschränkt eingesetzt werden soll. Für Personen unter 60 Jahren soll dies nur noch nach intensiver ärztlicher Beratung möglich sein.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) soll bis Ende April prüfen, ob für eine Zweitimpfung auch ein anderer Impfstoff eingesetzt werden kann. Personen können nach ärztlicher Beratung aber auch eine zweite Impfung mit Astrazeneca erhalten. Die Bundesländer sollen jetzt auch die 60- bis 69-Jährigen in die Impfkampagne mit Astrazeneca einbeziehen können - damit wird auch eine Impfung von etlichen Spitzenpolitikern möglich, die bisher auf die Prioritätensetzung der Stiko verwiesen hatten.

Bisher 2,7 Millionen Dosen verimpft

"Wenn ich dran bin, lasse ich mich impfen - auch mit Astrazeneca", sagte Merkel. Gesundheitsminister Jens Spahn soll in der Bund-Länder-Schalte auch Ministerpräsidenten über 60 aufgefordert haben, sich nun als Vorbild impfen zu lassen, um das Vertrauen in Astrazeneca zu stärken. "Die Älteren in dieser wachsenden dritten Welle zu schützen, ist wichtig", sagte er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Kanzlerin.

Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut meldete bis Dienstagmittag 31 Fälle nach der Astrazeneca-Impfung, in 9 Fällen davon mit tödlichem Ausgang. In 19 Fällen habe zusätzlich ein Mangel an Blutplättchen vorgelegen. Mit Ausnahme von zwei Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Bis Dienstagmorgen wurden in Deutschland 2,7 Millionen Dosen Astrazeneca verimpft.

Quelle: ntv.de, jki/dpa/rts

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