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Kelley veränderte sich langsam zum Schlechten.
Kelley veränderte sich langsam zum Schlechten.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 07. November 2017

Motiv für Bluttat von Texas: Attentäter wollte wohl Schwiegermutter töten

Auf der Suche nach dem Motiv für die tödlichen Schüsse in einer Kirche in Texas kommen die Ermittler voran. Immer deutlicher wird, dass Devin Kelley häusliche Konflikte auch gewaltsam austrug. Diesmal ging er einen Schritt weiter.

Ein Familienstreit war möglicherweise Auslöser für die Schießerei in einer Kirche im US-Bundesstaat Texas am Wochenende. "Das war nicht rassistisch motiviert. Es ging auch nicht um religiöse Überzeugungen", sagte Christopher Combs, der FBI-Sonderbeauftragte für San Antonio. Es habe häusliche Konflikte gegeben, "mit der Familie und den Schwiegereltern", so der FBI-Beamte weiter.

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Der Täter, Devin Patrick Kelley, habe sich wütend über seine Schwiegermutter geäußert. Sie besuchte regelmäßig den Gottesdienst in der First Baptist Church in Sutherland Springs, in der Kelley am Sonntag das Feuer auf Gläubige eröffnete. Dabei starben 26 Menschen. Die Schwiegermutter war jedoch nicht im Gottesdienst, unter den Opfern soll nach Angaben von Freunden der Ehefrau von Kelley ihre Großmutter sein. Das Paar war seit 2014 verheiratet.

Freunde von Kelley berichten unterdessen von einer beunruhigenden Entwicklung, die der spätere Attentäter in den vergangenen Jahren durchlaufen habe. Aus einem freundlichen, wenn auch ungeschickten Teenager sei ein anderer Mensch geworden, schrieb sein Jugendfreund Courtney Kleiber der "New York Times" zufolge auf Facebook. "Ich wusste immer, dass etwas an ihm war. Aber er war nicht immer ein 'Psychopath'".

Der US-Sender CNN sprach mit Christopher Leo Longoria, einem früheren Highschool-Freund Kelleys. Er habe Kelley aus der Liste seiner Facebook-Freunde entfernt, nachdem es eine Reihe persönlicher Angriffe auf seine Freunde gegeben habe, so Longoria. Kelley habe auch viel über Atheismus, Waffen und ähnliches gepostet, berichtete der frühere Freund weiter. Zuletzt deuteten seine Einträge darauf hin, dass er Beziehungsprobleme hatte und möglicherweise eine Trennung durchlief.

Gewalt gegen Frauen und Tiere

Ermittlungen im Umfeld des Attentäters belegen inzwischen, dass es gegen ihn immer wieder Vorwürfe von häuslicher Gewalt gab. Bisher war nur bekannt, dass er 2012 wegen Angriffen gegen seine damalige Ehefrau und seinen Stiefsohn vor einem Militärgericht verurteilt worden war. Kelley war zu diesem Zeitpunkt bei der Air Force. Er hatte seinem Stiefsohn schwere Schädelverletzungen zugefügt, seine Frau geschlagen, getreten und gewürgt.

2013 habe es nach seiner Rückkehr ins Elternhaus nach New Braunfels zweimal Untersuchungen wegen sexueller Übergriffe auf Frauen gegeben. Die Ermittlungen endeten jedoch ohne, dass Anklage erhoben wurde. Eines der mutmaßlichen Opfer war Kelleys damalige Freundin, Danielle Shields. Sie hatte einer Freundin geschrieben, sie sei von Kelley vergewaltigt worden. Auf Nachfragen hin hieß es jedoch, es habe sich um ein "Missverständnis und ein Teenager-Drama" gehandelt. Zur gleichen Zeit gab es auch Anschuldigungen wegen Tierquälerei. Shields heiratete Kelley zwei Monate später, im April 2014. Sie ist die Frau, mit der Kelley zum Tatzeitpunkt verheiratet war.

Der 26-Jährige hatte sich nach dem Angriff auf die Kirche selbst getötet. Inzwischen wurde bekannt, dass es die Air Force versäumt hatte, seine Verurteilung an eine Datenbank des FBI zu melden. Dann hätte er das Sturmgewehr, mit dem er die Tat verübte, nicht kaufen können.

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Quelle: n-tv.de

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