Panorama

20 Minuten Todesangst in Berlin Aussichtsballon bleibt vorerst am Boden

Der große Aussichtsballon nahe dem Checkpoint Charlie gerät in heftige Windböen. 20 Menschen sind in mehr als 100 Meter Höhe in Todesangst, sie klammern sich am Boden fest. Das Luftfahrt-Bundesamt untersagt vorerst den Weiterbetrieb.

Der in gefährliche Turbulenzen geratene Berliner Aussichtsballon nahe dem Checkpoint Charlie muss tagelang am Boden bleiben. Die Polizei untersagte den weiteren Betrieb. Das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig müsse zunächst untersuchen, wie es zu dem Notfall gekommen sei. Erst danach könne der Betrieb wieder aufgenommen werden. Geklärt werden müsse vor allem, warum der Ballon trotz vorausgesagter starker Windböen startete.

Bei dem Aufstieg am Dienstagnachmittag war laut Feuerwehr niemand verletzt worden. Der Fessel-Ballon war mit 19 Passagieren aus Deutschland und Norwegen und dem Ballonführer an Bord in 150 Meter Höhe aufgestiegen, als eine Unwetterfront aufzog. Daraufhin hatte der Ballonführer den Ballon auf 110 Meter sinken lassen, geriet aber in eine Kaltfront, die den Ballon immer wieder durchschüttelte und in gefährliche Schieflage brachte. Er empfahl den Passagieren, sich flach hinzulegen.

Erst nach einigen Minuten konnte der Ballon wieder auf den Boden geholt werden. "Er hat sehr umsichtig gehandelt", erklärte der Feuerwehrsprecher. Zuvor war der Helium-Ballon immer wieder in Richtung eines Hauses abgedriftet. Der Pilot hatte den Ballon erst auspendeln lassen müssen, um ihn wieder zu Boden bringen zu können. Der Aussichtsballon ist mit einer Drahtseilwinde am Boden befestigt und steigt normalerweise nur auf und ab.

Die Passagiere - darunter elf Schüler mit ihren Lehrern aus Norwegen - wurde vor Ort medizinisch betreut. Ins Krankenhaus musste niemand. Ein Feuerwehrbus brachte die Gruppe in ihre Unterkunft zurück.

Jetzt muss geklärt werden, warum der Ballon trotz angekündigten schlechten Wetters in die Luft ging. Laut Polizei hatte der Deutsche Wetterdienst zwischen 16 und 18 Uhr starke Windböen vorausgesagt. Der Betreiber Air Service Berlin teilte der "Bild"-Zeitung mit: "Starkwinde waren nach unseren Informationen erst ab 18 Uhr vorausgesagt." Das Landeskriminalamt ermittelt zudem wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung, weil die Passagiere einen Schock erlitten hatten.

Quelle: n-tv.de, ppo/AFP/dpa

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