Panorama

Teheran widerspricht BBC meldet 210 Corona-Tote im Iran

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Passantinnen mit Mundschutz in Teheran.

(Foto: AP)

Der Iran ist schwer vom Coronavirus betroffen. Laut einem Bericht ist die Situation dort viel dramatischer als die Behörden sagen. Die Zahl der Todesopfer soll mindestens sechs Mal so hoch sein als offiziell angegeben. Die Regierung in Teheran weist den Bericht über weitaus mehr Tote zurück.

Im Iran sind laut einem Bericht weit mehr Menschen durch das neuartige Coronavirus gestorben, als bisher offiziell bekannt. Landesweit gebe es mindestens 210 Todesopfer, berichtet die BBC unter Berufung auf Krankenhauskreise. Die meisten seien aus der Hauptstadt Teheran und der Stadt Ghom, hieß es weiter. Der Bericht bezieht sich auf Quellen aus mehreren Krankenhäusern. Damit wäre die Zahl der Toten sechs Mal so hoch als von den Behörden angegeben. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor von 34 Toten gesprochen. Die Regierung in Teheran weist den Bericht über weitaus mehr Todesopfer zurück.

Das Gesundheitsministerium in Teheran hatte am diesem Freitag zudem erklärt, in den vergangenen 24 Stunden seien acht weitere Todesfälle gemeldet worden. Zudem seien 143 neue Ansteckungsfälle festgestellt worden. Damit seien mittlerweile 388 Menschen im Iran mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 infiziert. Am Donnerstag hatte das iranische Gesundheitsministerium noch 245 Infizierte und 26 Tote vermeldet.

Auch mit den Zahlen der iranischen Regierung als Grundlage gilt: In keinem anderen Land außerhalb Chinas sind bislang so viele Menschen gestorben. Befürchtet wird eine hohe Dunkelziffer an Ansteckungen. Gesundheitsminister Said Namaki gab die Schließung aller Schulen von Samstag bis Dienstag bekannt. "Uns steht eine sehr schwierige Woche bevor", sagte er im Staatsfernsehen.

Washington bietet Unterstützung an

Derweil boten die USA dem Iran Hilfe bei der Bekämpfung des Coronavirus Sars-CoV-2 an – ungeachtet der Spannungen zwischen beiden Ländern. US-Außenminister Mike Pompeo teilte mit, die USA stünden dem iranischen Volk in der durch das Virus verursachten Gesundheitskrise zur Seite. Die US-Regierung habe das Angebot zur Unterstützung den iranischen Behörden formell über die Schweizer Regierung zukommen lassen.

Pompeo rief den Iran dazu auf, "vollständig und transparent" mit internationalen Hilfs- und Gesundheitsorganisationen zusammenzuarbeiten. Er verwies zugleich darauf, dass gewisse Spenden für den Iran etwa in Form von Medikamenten von den US-Sanktionen ausgenommen seien. Der Iran habe keine starke Gesundheitsinfrastruktur. Er sei zutiefst besorgt über die Ausbreitung des Virus im Iran, twitterte Pompeo. Das Iranische Außenministerium wies das US-Hilfsangebot als "lächerlich" zurück.

Washington und Teheran unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Nach der gezielten Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani bei einem US-Raketenangriff im Irak hatte Anfang des Jahres weltweit Sorge geherrscht, dass es zu einem Krieg zwischen den USA und dem Iran kommen könnte. Die USA haben scharfe Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verhängt.

Quelle: ntv.de, hul/rts/AFP/dpa