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Ermittler bei "Aktenzeichen XY" BKA ruft wieder im Fall "Maddie" um Hilfe

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Madeleine McCann verschwand im Mai 2007 - der deutsche Christian B. steht unter Mordverdacht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit die deutsche Polizei im Fall der verschwundenen Madeleine McCann gegen einen vorbestraften Sexualstraftäter ermittelt, kommt neue Bewegung in den Fall. Jetzt äußert sich wieder der leitende BKA-Ermittler bei "Aktenzeichen xy ... ungelöst".

Vier Wochen nach der spektakulären Wende im Fall Madeleine McCann hat erneut ein Ermittler des Bundeskriminalamts die Zuschauer der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" um Hilfe gebeten. Er forderte sie auf, bei der Identifizierung einer portugiesischen Telefonnummer zu helfen, mit der der Tatverdächtige Christian B. kurz vor dem Verschwinden von "Maddie" telefoniert hatte. Es geht dabei um die Rufnummer + 351 916 510 683. "Schauen Sie in ihren alten Handys, Rechnungen oder Telefonbücher nach, ob diese Nummer vermerkt ist", bat der leitende Ermittler Christian Hoppe die Zuschauer. Wer etwas wisse, könne sich direkt ans BKA in Wiesbaden (Tel.: 0611 5518 444) wenden.

Nach der Sendung vor vier Wochen seien 800 Hinweise eingegangen, sagte Hoppe, manche davon seien "weiterführend". Ob eine "heiße Spur" darunter sei, könne sich erst im Laufe der Ermittlungen herausstellen, so der Beamte. Über deren Stand wolle und könne er keine Auskunft geben.

B. bereits in Haft, könnte aber entlassen werden

Anfang Juni war bekannt geworden, dass die Braunschweiger Staatsanwaltschaft in dem Fall wegen Mordverdachts gegen den verurteilten Sexualstraftäter B. ermittelt, der bereits wegen eines anderen Deliktes in Haft sitzt. Im Herbst vergangenen Jahres war er in Braunschweig wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen US-Bürgerin in Portugal im Jahr 2005 zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Diese Strafe wurde allerdings bislang noch nicht rechtskräftig, da seine Verteidigung Revision eingelegt hatte. Solange das Urteil keine Rechtskraft hat, gilt B. in diesem Fall als unschuldig.

Denkbar ist, dass sich die deutschen Ermittler auf Madeleines Tod festlegten, um ihre Untersuchungen entscheidend voranzutreiben, bevor sie den Verdächtigen durch eine Haftentlassung auf Bewährung aus den Augen verlieren. "Man könnte sagen, man hat nicht mehr viel Zeit und geht deshalb massiv an die Öffentlichkeit und appelliert damit auch an die Entscheidungsträger, ihn nicht rauszulassen", hatte der Münchener Strafverteidiger Alexander Stevens gegenüber ntv.de gesagt.

B. lebte in der Nähe der McCanns

Bei ihren jahrelangen Ermittlungen hatte die Polizei immer mehr Indizien gesammelt, die den Verdacht gegen B. erhärteten. Dabei stand unter anderem die portugiesische Mobilfunknummer des Verdächtigen im Mittelpunkt. Von der Telefonnummer + 351 912 730 680 wurde am 3. Mai 2007 zu einer "tatrelevanten Zeit im Bereich von Praia da Luz" mit einer noch unbekannten Person ein Telefonat geführt - die diese eingangs erwähnte Nummer nutzte.

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Die Polizei machte klar, dass sie den Nutzer dieser Nummer, der sich während des Telefonats nicht in dem Bereich aufhielt, als wichtigen Zeugen ansieht. Die Ermittler machten zudem Häuser und Autos ausfindig, die der Verdächtige immer wieder in Portugal genutzt hatte. Dem BKA zufolge lebte B. "zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz".

Die damals dreijährige Maddie war am 3. Mai 2007 aus ihrem Zimmer in einer Ferienanlage im südportugiesischen Badeort Praia da Luz verschwunden, wo sie mit ihrer Familie Ferien machte. Sie wurde bis heute nicht gefunden.

Quelle: ntv.de, sba/vpe