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"Werden in einen Topf geworfen" BKA zählt Hunderte Straftaten wegen Ukraine-Krieg

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Menschen aus Russland sind derzeit vermehrt Anfeindungen ausgesetzt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Seit dem Angriff auf die Ukraine nimmt die Diskriminierung von Menschen mit russischen Wurzeln in Deutschland zu. Das bestätigen nun auch Zahlen der Ermittlungsbehörden. Indes sind viele deutsch-russische Vereine durch den Krieg in eine Krise geraten.

Menschen aus Russland oder mit russischen Wurzeln sehen sich in Deutschland seit dem Angriff auf die Ukraine häufig Anfeindungen ausgesetzt. Das berichtet der "Spiegel" mit Verweis auf Zahlen des Bundeskriminalamts. Demnach registrierten die Ermittler 318 strafrechtlich relevante Ereignisse im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dabei geht es um Sachbeschädigungen über Beleidigungen bis hin zu Bedrohung im Internet und auf der Straße. Bei der Berliner Polizei wurden seit 24. Februar bislang 86 Sachverhalte bekannt.

"Wir alle werden ständig in einen Topf geworfen, mit Putin und seinen Gräueltaten gleichgestellt, nur weil wir mal in der Sowjetunion gelebt haben", sagt Dietmar Schulmeister, der sich für die Interessen der Russlanddeutschen in Nordrhein-Westfalen einsetzt, im "Spiegel". Dabei sei die Mehrheit sicher nicht auf der Seite Putins.

Wie das Magazin weiter berichtet, sind viele deutsch-russische Vereine und Organisationen durch den Krieg in der Ukraine in eine existenzielle Krise geraten. "Wir stehen vor den Trümmern unserer Arbeit", sagt Martin Hoffmann, geschäftsführender Vorstand des Deutsch-Russischen Forums in Berlin. Das Forum hat in der Vergangenheit oft die Politik des Kremls verteidigt. Jetzt aber, sagt Hoffmann, habe Putin eine rote Linie überschritten. "Wir sind sehr erschüttert, dass nun alles infrage gestellt ist, woran wir geglaubt haben", sagt der geschäftsführende Vorstand.

Für Karin von Bismarck, Vorstandsvorsitzende des Wirtschaftsclubs Russland, hat der Krieg die ehrenamtliche Arbeit grundlegend verändert. Der Verein setzt sich seit 2010 für eine bessere wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland ein. Der Fokus müsse jetzt allein auf zivilgesellschaftlicher Hilfe liegen, sagt Bismarck im "Spiegel". "Uns ist es wichtig, dass sich jetzt kein absolutes Feindbild gegenüber Russen entwickelt."

Quelle: ntv.de, mdi

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