Panorama

Menschen fliehen an den Strand Badeort auf Lesbos wegen Brand geräumt

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Die Flammen fraßen sich in Vatera bis zum Strand vor.

(Foto: REUTERS)

Auf Lesbos bricht ein Waldbrand aus und bedroht Einwohner und Touristen im Badeort Vatera. Feuerwehr und Küstenwache bringen Hunderte Menschen in Sicherheit. Derweil zerstören Brände auf dem griechischen Festland eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas.

Hitze und Brände machen den Menschen in Griechenland weiterhin schwer zu schaffen. Ein großer Brand zerstörte den Wald des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas. Ein zweiter großer Brand tobte auf der Südseite der Ferieninsel Lesbos. Dort wurde ein beliebter Badeort geräumt. Zwei Hotels und mehr als 90 Häuser wurden in dem Küstenort Vatera evakuiert, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt seien 450 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Zuvor hatte die Küstenwache mitgeteilt, sie habe den Strand evakuiert und dabei neun Menschen, unter ihnen fünf Ausländer, in Sicherheit gebracht. Wegen der starken Rauchbildung suchten die Einwohner von Vatera Zuflucht an den Stränden. Die Besatzungen von Booten der Küstenwache brachten sie dann in Sicherheit, berichtete das Staatsfernsehen. Mindestens zwei Häuser in Vatera wurden nach Informationen des staatlichen TV-Senders ERT bei dem Brand zerstört. Die Feuerwehr setzte neun Flugzeuge und einen Hubschrauber ein, um den Brand zu bekämpfen.

Der Brand war um 10 Uhr Ortszeit ausgebrochen und fraß sich in Richtung der Dörfer Vrisa und Vatera vor. Der Bürgermeister von West-Lesbos, Taxiarchis Verros, ordnete die Evakuierung nach Informationen der Nachrichtenagentur ANA als Vorsichtsmaßnahme an.

Hitze soll bis Ende August anhalten

Nach wie vor schwierig ist die Lage im Naturschutzgebiet von Dadia im Nordosten Griechenlands. Die Flammen zerstörten ein Biotop, in dem zahlreiche Greifvögel und Wildtiere leben. Das Gelände ist dicht bewaldet, es gibt kaum Straßen. Aus diesem Grund versuche die Feuerwehr, aus der Luft mit Löschflugzeugen und Hubschraubern die Flammen einzudämmen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Nachmittag mit.

Der größte Teil der 86 Löschflugzeuge und Hubschrauber Griechenlands sei im Einsatz gegen die Flammen, so der Zivilschutz. Kleinere Brände tobten auf der Halbinsel Peloponnes, berichtete der staatliche griechische Rundfunk.

Trockenheit und hohe Temperaturen würden in den kommenden Tagen fast alle Landesteile Griechenlands heimsuchen und "die perfekte Kulisse" für weitere Brände schaffen, warnten Meteorologen im Rundfunk. In Mittelgriechenland herrschten bereits am frühen Samstagmorgen Temperaturen um die 38 Grad. Noch heißer soll es Anfang der nächsten Woche werden, die Hitze werde bis Anfang August andauern, hieß es.

Hunderte Häuser nahe Yosemite-Nationalpark bedroht

Die Waldbrände in Europa vernichteten in diesem Jahr schon mehr Fläche als im gesamten Jahr 2021. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems (Effis) sind in der Europäischen Union seit Jahresbeginn 517.881 Hektar verbrannt, also etwas mehr als 5000 Quadratkilometer. Die versengte Fläche ist damit in etwa zweimal so groß wie das Saarland.

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Das sogenannte Oak Fire in Kalifornien auf einer Aufnahme vom Freitag.

(Foto: via REUTERS)

Unterdessen wüten aktuell auch im Westen der USA schwere Waldbrände. Ein rasch um sich greifendes Feuer im US-Bundesstaat Kalifornien bedroht mehr als 1300 Gebäude. Das sogenannte Oak Fire brach am Freitagnachmittag (Ortszeit) im Bezirk Mariposa aus und breitete sich binnen weniger Stunden auf einer Fläche von mehr als 17 Quadratkilometern aus, teilte die zuständige Behörde Calfire in der vergangenen Nacht mit. Die Anwohner im betroffenen Gebiet südwestlich des Nationalparks Yosemite wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Mehr als 380 Einsatzkräfte kämpften mit 43 Löschfahrzeugen und vier Helikoptern gegen die Flammen an. Die Brandursache ist bisher unklar. Die rasche Ausbreitung sei auf "hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und extrem trockenes brennbares Material" zurückzuführen, erklärte Calfire-Sprecher Robert Foxworthy laut der Zeitung "San Francisco Chronicle".

Für das Wochenende gibt es demnach zunächst keine Entwarnung: Am Samstagmorgen erwarte man sehr heiße und trockene Winde, sagte Foxworthy. Der Südwesten der USA leidet bereits seit Wochen unter mehreren Waldbränden, die nach Angaben der Behörden durch die anhaltende Trockenheit begünstigt werden.

Quelle: ntv.de, mst/dpa/AFP

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