Panorama

Todesopfer durch Hurrikan Bahamas drohen meterhohe Sturmfluten

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Die Kraft des Sturms kann tödlich sein. Hier ziehen starke Windböen über die Stadt Freeport auf der Insel Grand Bahama hinweg.

(Foto: Lou Carroll)

Straßen sind überflutet, Häuser stehen unter Wasser und Autos sind umgestürzt - "Dorian" verwüstet Teile der Bahamas. Für die Menschen dort könnte es allerdings noch schlimmer kommen. Und auch Florida zittert vor dem Wirbelsturm. Rund eine Million Menschen bringen sich in Sicherheit.

Beim verheerenden Hurrikan "Dorian" hat es auf den Bahamas mindestens ein Todesopfer gegeben. Das teilte das Tourismusministerium der karibischen Inselgruppe mit. Rettungsarbeiten seien inzwischen in Gegenden, wo dies sicher sei, angelaufen. Es würden weiter Informationen gesammelt. Medienberichten zufolge ist die Armee der Bahamas im Rettungseinsatz.

Die Lage ist weiterhin hochgefährlich: Das Zentrum des Hurrikans "Dorian" ist über den nördlichen Bahamas fast zum Stehen gekommen. Zerstörerische Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 270 Kilometer pro Stunde toben über der Insel Grand Bahama, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami erklärte. Der Insel drohten "extreme Zerstörung" und meterhohe Sturmfluten. Das Zentrum des Sturms bewegt sich demnach nur noch mit weniger als zwei Stundenkilometern nach Westen in Richtung der US-Küste.

Das ganze Ausmaß der Schäden auf den nördlichen Bahamas ist noch nicht absehbar. Videos von den östlichen Abaco-Inseln, auf die der Hurrikan bereits am Sonntag getroffen war, zeigen überschwemmte Straßen, unter Wasser stehende Häuser und umgeknickte Bäume. Anwohner posteten im Internet Fotos, die zeigten, wie das Hochwasser an ihren Häusern aufstieg. Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami warnte vor einer Sturmflut, die höher als viele Dächer auf den Insel ausfallen könnte. Zudem wurden Autos umgestürzt, Dächer abgedeckt und Stromleitungen gekappt.

Der Außenminister der Bahamas, Darren Henfield, sagte, es sei zu "katastrophalen Schäden" gekommen. Ersthelfer würden in die betroffenen Gebiete fahren, sobald das Wetter es zulasse. Premierminister Hubert Minnis twitterte: "Die Verwüstung ist beispiellos."

Flughafen von Freeport ist überflutet

Auch auf Grand Bahama war teilweise der Strom ausgefallen, es kam zu Überschwemmungen, wie der Sender CNN berichtete. Der Flughafen in der größten Stadt Freeport stehe unter Wasser, schrieb die örtliche Zeitung "The Tribune". Auch auf New Providence, der bevölkerungsreichsten Insel der Bahamas, auf der sich auch die Hauptstadt Nassau befindet, gibt es Überschwemmungen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) schätzt, dass rund 13.000 Häuser auf Abaco und Grand Bahama beschädigt oder zerstört worden sein könnten. Überschwemmungen hätten die Trinkwasserquellen verunreinigt, hieß es weiter.

"Dorian" ist der stärkste Hurrikan seit Beginn moderner Aufzeichnungen, der die Bahamas getroffen hat. Inzwischen hat er allerdings etwas an Kraft verloren und ist zu einem Hurrikan der Kategorie vier von fünf herabgestuft worden. Es drohten jedoch weiter "katastrophale Schäden", erklärte das Hurrikan-Zentrum in Miami. Der Sturm soll am Montagabend (Ortszeit) weiter in Richtung der Ostküste Floridas ziehen. Dort zogen vom Atlantik her bereits dunkle Wolken auf, erste Windböen waren zu spüren. Meteorologen rechnen damit, dass "Dorian" dann entlang der Küste nach Norden abdrehen und sich etwas abschwächen würde.

Alten- und Pflegeheime in Florida geräumt

In Florida und den nördlicheren Bundesstaaten Georgia und South Carolina gilt bereits der Notstand. Evakuierungen der Küstenregionen mit rund eine Million Einwohnern sind bereits angelaufen. Zum Beispiel wurden mehr als 70 Alten- und Pflegeheime in Florida geräumt. Auch mehrere Krankenhäuser würden geräumt, sagte Gouverneur Ron DeSantis. Die Häfen in Florida wurden für die Schifffahrt geschlossen.

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Feuerwehrleute bringen Anwohner in eine Notunterkunft in der Stadt Stuart in Florida.

(Foto: dpa)

Weil der Hurrikan "gefährlich nah" an der Küste vorbeiziehen soll, sei an Land mit zerstörerischen Winden, heftigen Regenfällen und Überschwemmungen zu rechnen, warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum. Sollte der Sturm auch nur gering vom prognostizierten Pfad abweichen, könnte er doch noch auf Land treffen und für große Schäden sorgen, erklärten die Meteorologen.

Tui bringt deutsche Urlauber in Sicherheit

Der Reisekonzern Tui hat deutsche Urlauber vor dem Eintreffen des gefährlichen Hurrikans "Dorian" auf den Bahamas in Sicherheit gebracht. Bereits am Samstag sei Vorsorge getroffen worden und die Gäste seien von der Insel Grand Bahama abgereist. Es handelte sich um weniger als zehn Urlauber, die betroffen waren, wie eine Sprecherin von Deutschlands größtem Reiseveranstalter sagte.

Demnach sind Reisen auf die nordwestlichen Inseln der Bahamas bis einschließlich 15. September vorsorglich abgesagt. Da der Hurrikan weiter Kurs auf die Südostküste der USA nimmt, seien nun Urlauber dort von Sicherheitsvorkehrungen betroffen. Tui empfiehlt Urlaubern mit Aufenthalten zwischen Fort Lauderdale bis Jacksonville, vorsorglich nach Orlando ins Landesinnere zu reisen. Dabei handele es sich den Angaben zufolge um 270 Gäste.

Quelle: ntv.de, hui/dpa/rts/AFP

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