Panorama

Tödliche Attacke in Frankfurt Bahn will Bahnhof-Sicherheit verbessern

122977103.jpg

An Gleis 7 des Frankfurter Hauptbahnhofs ist die Tragödie noch immer präsent.

(Foto: dpa)

Der Fall des vor einen Zug gestoßenen Achtjährigen löst Entsetzen aus. Nun will die Bahn die Sicherheit an Bahnhöfen prüfen und ruft dafür eine Projektgruppe ins Leben. Dort soll etwa über mehr Sicherheitspersonal oder Videoüberwachung diskutiert werden.

Eine Woche nach der tödlichen Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof nimmt die Deutsche Bahn die Sicherheit an Bahnhöfen ins Visier. Eine entsprechende Projektgruppe der DB wurde ins Leben gerufen. "Es geht darum, dauerhaft vernünftige Lösungen für mehr Sicherheit zu finden", sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin. "Was wir jetzt nicht brauchen, ist vorschneller Aktionismus." Auf ein erstes Treffen mit der Bundespolizei sollen weitere Gespräche mit Bahnexperten und Sicherheitsleuten folgen.

Vor einer Woche hatte ein Mann einen Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb noch im Gleisbett, seine Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten. 

Die Projektgruppe der Bahn soll nun Effizienz, Machbarkeit und Kosten ermitteln - zum Beispiel für Bahnsteigmarkierungen, Ansagen, mehr Sicherheitspersonal und mehr Videoüberwachung, hieß es. Die Lösungen könnten personeller, organisatorischer oder technischer Art sein, sagte der Bahn-Sprecher. "Wir sind völlig ergebnisoffen." Ziel sei, bis zu einem von Innenminister Horst Seehofer angekündigten Sicherheitsgipfel Ideen zu erarbeiten.

Der Tatverdächtige von Frankfurt, ein Eritreer, der seit 2006 in der Schweiz lebte, sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Neue Einzelheiten, beispielsweise zum Motiv, seien nicht bekannt, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Ein Sachverständiger prüfe derzeit die psychische Verfassung des Mannes. "Bis ein schriftliches Gutachten vorliegt, kann es aber noch Wochen dauern."

Blumenmeer erinnert an Tat

Die Tat hat deutschlandweit Aufsehen erregt - zumal einige Tage zuvor bereits am Bahnhof im nordrhein-westfälischen Voerde eine 34 Jahre alte Frau vor einen Zug gestoßen und tödlich verletzt worden war. Auch hier kannten sich Täter und Opfer den Ermittlungen zufolge nicht.

Am Frankfurter Hauptbahnhof ist die Tragödie nach wie vor sehr präsent. An Gleis 7, wo es vor einer Woche zu der Attacke gekommen war, erinnert ein großes Blumenmeer an die Tat. Noch immer bleiben Passanten stehen, halten einen Moment inne. Viele haben Briefe und Karten mit Botschaften hinterlassen. "Unser aufrichtiges Beileid und tiefes Mitgefühl für den schweren Verlust", schreibt die Eritreische Gemeinde. 

Zwischen den Hunderten Blumensträußen und Kerzen liegen Dutzende Kuscheltiere - aber auch die ein oder andere Deutschlandflagge. Die Tat hatte auch eine politische Debatte über Sicherheit ausgelöst. So wird beispielsweise der AfD vorgeworfen, das Verbrechen instrumentalisiert und Hass und Hetze geschürt zu haben.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen