Panorama

Täter festgenommen Banksy-Bild in Hostomel gestohlen

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Das Banksy-Bild vor dem Diebstahl.

(Foto: picture alliance / abaca)

Gleich mehrere Bilder hinterlässt der Streetart-Künstlers Banksy in der kriegsgebeutelten Ukraine. An einem Werk vergreifen sich nun schamlose Diebe. Allerdings kommen sie mit ihrer Beute nicht weit.

In der Ukraine ist kurz nach der Entstehung ein Bild des Streetart-Künstlers Banksy von Kriminellen aus der Wand geschnitten worden. Im Kiewer Vorort Hostomel hätten Polizisten eine Gruppe von acht Personen im Alter zwischen 27 und 60 Jahren festgenommen, teilte der Polizeichef des Gebietes Kiew, Andrij Njebytow, mit. Das Bild einer Frau im Morgenmantel mit Lockenwicklern und einer Gasmaske sei vor Ort beschlagnahmt worden. Der Organisator sei ein im Jahr 1990 geborener Kiewer. Ein Motiv wurde zunächst nicht bekannt. Die Polizei war nach einem Anruf von Anwohnern aktiv geworden. Sie hatten beobachtet, wie das Bild aus der Wärmedämmung geschnitten wurde.

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Wo das Bild war, klafft nun eine Lücke.

(Foto: via REUTERS)

Das Kulturministerium wurde inzwischen eingeschaltet, um über das weitere Schicksal des Bildes zu entscheiden. Im November war bekannt geworden, dass der mysteriöse britische Künstler Banksy mehrere Werke in den vom russischen Angriffskrieg betroffenen Vororten von Kiew und in der ukrainischen Hauptstadt selbst hinterlassen hat. Banksy veröffentlichte auf Instagram ein Video, in dem er sich zu einer ganzen Reihe von Werken in der Ukraine bekennt. In dem "Make of" ist Banksy beim Ausschneiden von Schablonen und beim Sprühen zu sehen - ohne jedoch sein Gesicht zu zeigen.

Banksy-Bilder werden gefeiert

Die großteils an Häuserwände gesprühten Bilder hatten in sozialen Medien die Runde gemacht und für Begeisterung in dem kriegsgebeutelten Land gesorgt. Ein Motiv war das Bild der Frau. Ein anderes: ein alter Mann mit langem Bart, der in dem Ort Horenka in einer Badewanne sitzt und sich den Rücken mit einer großen Bürste schrubbt. Das Bild ist auf die geflieste Badezimmerwand eines Hauses aufgesprüht, in dessen Fassade eine riesige Lücke klafft.

Weitere Bilder zeigen Sportgymnastinnen, die mal mit wehendem Band über dem Einschlagloch eines Geschosses tanzen oder auf Bergen von Trümmern kopfüber balancieren. An Beton-Barrikaden sind die schwarzen Umrisse von Kindern zu sehen, die scheinbar eine Panzersperre aus Metall als Wippe benutzen. Auf einen rechteckigen Kasten sprüht der Künstler einen Raketenwerfer, dessen Geschütz wie ein auf die Wand einer Schultoilette gemalter Penis aussieht.

In den Ruinen eines Kindergartens wirft ein kleiner Judoka einen erwachsenen Kämpfer - dessen Gestalt der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt - zu Boden. Zum Schluss wird ein Schriftzug eingeblendet mit den Worten: "In Solidarität mit den Menschen der Ukraine". Russland ist Ende Februar in die Ukraine einmarschiert.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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