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Schaden in Millionenhöhe Beamte nehmen Heizöl-Schmuggler hoch

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In Deutschland Heizöl und in Polen plötzlich Diesel: Das Nachsehen haben der Fiskus und mutmaßlich etliche Kunden.

(Foto: imago/Panthermedia)

Mehr als 6000 Mal fuhren Lkw Heizöl von Deutschland nach Polen. Dort wurde die Ladung als Diesel verkauft. Den Behörden entgingen so rund 100 Millionen Euro Steuereinnahmen. Nun griffen die Ermittler in zwei Bundesländern und in Polen zu.

Eine Bande soll mit betrügerischem Kraftstoffhandel zwischen Deutschland und Polen allein in der Bundesrepublik Steuern in Höhe von rund hundert Millionen Euro hinterzogen haben. Wie die Berliner Staatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mitteilten, wurden bei einer Großrazzia in beiden Bundesländern 20 Objekte durchsucht und vier Verdächtige verhaftet. Über Jahre soll die Bande große Mengen Heizöl unversteuert in Polen als Diesel verkauft haben.

Konkret wird den Verdächtigen vorgeworfen, das in Deutschland niedrig besteuerte Heizöl zwischen 2014 und 2018 über zwei in Berlin ansässige Großhandelsgesellschaften in mehr als 6000 Fuhren nach Polen gebracht haben. Dort sollen sie das zur Kennzeichnung eingefärbte Heizöl entfärbt und unversteuert als Diesel verkauft haben.

140 Einsatzkräfte beschlagnahmten demnach bei der Razzia 50.000 Euro und weitere Beweismittel. Die Verhafteten seien zwischen 48 und 59 Jahre alt. Weitere Angaben machten Staatsanwaltschaft und Zoll zu den Verdächtigen noch nicht. Insgesamt werde gegen neun Beschuldigte ermittelt, denen bandenmäßige Steuerhinterziehung und Geldwäsche zur Last gelegt werden.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt den Angaben zufolge in dem Fall seit mehr als anderthalb Jahren gemeinsam mit Justiz und Zoll aus Polen. Auch dort habe es zeitlich abgestimmte Festnahmen von Gasölabnehmern gegeben, hieß es.

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Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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