Panorama

Mehrere Tote bei Protesten Benzinpreis treibt Menschen auf die Straße

Haiti gilt als eines der ärmsten Länder in der westlichen Hemisphäre. Der Karibikstaat ist auf internationale Hilfszahlungen angewiesen. Die geplante Steigerung der Benzinpreise löst daher heftige Reaktionen in der Bevölkerung aus.

Bei heftigen Protesten gegen eine geplante Erhöhung der Treibstoffpreise in Haiti sind Medienberichten zufolge mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Sie seien bei Plünderungen im Großraum Port-au-Prince getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur HPN. Auch die Polizei sprach von Todesopfern, nannte allerdings keine genaue Zahl.

Zahlreiche Menschen hatten zuvor gegen eine kräftige Erhöhung der Benzinpreise protestiert. Demonstranten steckten in der Hauptstadt Port-au-Prince Straßensperren in Brand, plünderten Geschäfte, griffen Hotels an und zündeten Autos an, wie der Radiosender Metropole berichtete. Vereinzelt fielen Schüsse. Auch in anderen Städten wie Cayes, Jérémie, Cap-Haitien und Jacmel kam es zu heftigen Protesten. Die Flughäfen des Landes wurden geschlossen.

Die Regierung nahm die Preiserhöhung daraufhin vorerst zurück. Die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) geforderten Anhebungen um 38 Prozent für Benzin und 47 Prozent für Diesel seien "bis auf weiteres" ausgesetzt, erklärte Ministerpräsident Jack Guy Lafontant

"Wir verurteilen die Gewalt und den Vandalismus", schrieb Lafontant auf Twitter. Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Karibikstaat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig. Korruption und Gewalt sind weit verbreitet.

Das Land hat sich noch nicht von dem verheerenden Erdbeben erholt, bei dem 2010 etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen waren. In der Folge starben Tausende weitere durch eine Cholera-Epidemie. Der Hurrikan "Matthew" im Jahr 2016 richtete weitere schwere Schäden in dem bitterarmen Karibikstaat an.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP