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Bis hin zu Club-Öffnungen Berlin bastelt an eigenem Stufenplan

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Berlin will Lockerungsstufen ab einer Inzidenz von 35 vor allem von stabilen Werten abhängig machen.

(Foto: imago images/Christian Spicker)

Der Berliner Senat arbeitet an einem langfristigen Stufenplan, der sogar Lockerungen für Clubs beinhaltet. Zuerst kommt aber der Kindersport und speziell wird das Vorhaben erst bei Inzidenzen unter 35.

Die Politik steht unter einem immensen Druck, langfristige Perspektiven für einen Weg aus dem Lockdown hinaus zu präsentieren, obwohl die Corona-Situation durch die Ausbreitung von Virus-Mutanten nur sehr schwer einzuschätzen ist. Auch die Hauptstadt arbeitet an einem Stufenplan, berichtet der "Tagesspiegel". Kinder könnten dem Entwurf des Senats zufolge schon bald wieder gemeinsam Sport im Freien treiben, für Bars und Clubs gibts immerhin Hoffnung. Viel hängt davon ab, dass die 35er-Inzidenz unterschritten wird, ab diesem Wert müssen die Infektionszahlen aber nicht weiter sinken, solange die Lage stabil bleibt.

Für Kinder bis zwölf Jahre soll in kleinen Gruppen schon bei einer Inzidenz von mehr als 50 gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche Sport unter freiem Himmel möglich sein. Bleibt der Wert sieben Tage unter diesem Wert, fällt die Altersgrenze. Sport könnte dann auch wieder drin getrieben werden, allerdings "individuell oder zu zweit mit Abstand". Damit könnten unter anderem Fitnessstudios gemeint sein. Friseursalons erwähnt der Plan nicht, aber hier gilt ja ohnehin eine Sonderregelung ab 1. März.

Unter 35er-Inzidenz vieles wieder möglich

Richtig zur Sache gehts in der Hauptstadt, wenn die 35er-Inzidenz unterschritten wird. Denn dann dürfen nicht nur Musikschulen, Bibliotheken, Museen und Gedenkstätten eingeschränkt und schrittweise öffnen, sondern auch der Einzelhandel. Vier Personen aus zwei Haushalten können dann auch wieder gemeinsam ins Restaurant gehen, müssen allerdings bis zu einer Sperrstunde aufgegessen und ausgetrunken haben. Treffen sich zwei Haushalte woanders, dürfen es auch fünf Personen sein.

Erste Veranstaltungen im Freien sollen dann ebenfalls möglich sein und falls das Wetter nicht mitspielt, erlaubt der Stufenplan bei einer Inzidenz unter 35 auch den Solarien, ihre Bräunungsanlagen anzuwerfen. Der Besuch von Fitnessstudios soll wieder uneingeschränkt möglich sein, Kinder unter 12 Jahren könnten dann mit Abstand in Gruppen drinnen turnen.

Stabile Werte statt sinkender Inzidenz

Danach folgen weitere Lockerungen unabhängig von noch niedrigeren Fallzahlen, was den Berliner Plan besonders macht. Die Inzidenz muss lediglich über 14 Tage hinweg stabil bleiben oder weiter sinken und der Reproduktionsfaktor (R) darf den Wert von 0,8 nicht überschreiten. Außerdem sieht der Entwurf vor, die Auslastung der Intensivbettenkapazitäten sowie die Impfquote zu berücksichtigen - in welcher Form genau, schreibt der "Tagesspiegel" nicht.

Kommen diese Faktoren zusammen, könnten Museen und Gedenkstätten in einen Basisbetrieb mit Zugangsbeschränkungen zurückkehren, auch Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos dürften mit Zugangsbeschränkung öffnen.

Bis zu 250 Personen wären im Freien für Veranstaltungen zugelassen, in geschlossenen Räumen bis zu 150. Flohmärkte et cetera könnten unter Auflagen wieder stattfinden, Kneipen öffnen. Hotels und Pensionen sollen bei diesen Pandemie-Werten auch wieder Touristen beherbergen dürfen.

Nach einem Monat unter 35 Hoffnung für Clubs

Die nächsten Lockerungen sieht der Plan des Berliner Senats vor, wenn die Werte weitere 14 Tage stabil bleiben oder sinken. Für Museen soll es dann keine Einschränkungen mehr geben. Kinos, Theater oder Opernhäuser könnten den Betrieb aufnehmen, wenn sie eine Belüftungsanlage haben und das Publikum im Schachbrettmuster platzieren. Bei Kulturveranstaltungen im Freien wären dann 500, in Innenräumen 250 Besucher gestattet.

Mit Hygienekonzept und begrenztem Publikum könnten unter solchen Bedingungen sogar die Berliner Clubs wieder Partys feiern. In der Gastronomie fiele die Sperrstunde weg und mehr Gäste wären erlaubt. Außerdem dürften dann zehn Personen wieder etwas gemeinsam unternehmen.

Rückschritte nur teilweise geplant

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Gehen die Zahlen weitere 14 Tage nicht nach oben, sieht der Entwurf so viel Normalität vor wie möglich. Lediglich Veranstaltungen in Innenraum blieben auf maximal 500 Personen beschränkt und Clubs müssten ein Hygienekonzept vorweisen.

Berlin plant auch Schritte in die Gegenrichtung. Die Öffnung von Schulen und Kitas ist an "ein weiter abgesenktes Infektionsgeschehen geknüpft" und soll bei einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 100 "zur Disposition gestellt" werden. Ansonsten werden bisher keine konkreten Maßnahmen bei wieder steigenden Werten in den einzelnen Stufen genannt.

Quelle: ntv.de, kwe