Schulschließungen keine LösungBerlin erteilt "Corona-Ferien" Absage

Aus Sicht des Virologen Kekulé würden nur noch 14-tägige "Corona-Ferien" helfen, die Ausbreitung des Virus in Deutschland einzudämmen. Für den Berliner Bürgermeister ist das allerdings keine Option. Das öffentliche Leben müsse weitergehen, sagt Müller.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller lehnt eine flächendeckende Schließung von Schulen ab. Es sei richtig, dass Schulen direkt Maßnahmen ergriffen hätten, sagte Müller. Trotzdem sei man sich im Senat einig darüber, dass man schnell zu einem "normalen, geordneten Schulbetrieb" zurückkehren wolle. "Es kann keine flächendeckende Lösung sein, dass wir den Schulbetrieb einstellen." Vielmehr solle gezielt auf die Menschen reagiert werden, die sich mit dem Virus infiziert hätten. Das öffentliche Leben müsse aber weitergehen, so Müller.
Damit erteilte der SPD-Politiker der gestrigen Forderung des Virologen Alexander Kekulé nach zweiwöchigen "Corona-Ferien" eine Absage. Kekulé sagte im Deutschlandfunk, alle Schulen und Kindergärten müssten für diese Zeit schließen. Sämtliche Großveranstaltungen müssten zudem abgesagt und innerdeutsche Reisen auf ein Minimum reduziert werden. Die Hoffnung sei, dass man dann möglichst viele, nicht entdeckte Herde identifiziere und die Patienten isoliere und in Quarantäne schicke. Wenn, dann müsse das alles sofort geschehen.
Gleichzeitig warnte Alexander Kekulé in dem Gespräch vor "Superhorrorszenarien", wie sie einige seiner Kolleginnen und Kollegen im Hinblick auf die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland skizzierten. Die Prognose, dass ein Prozent der Infizierten sterbe und 60 Prozent der Deutschen sich ansteckten, würde er auf keinen Fall unterschreiben.
In Berlin hatten mehrere Schulen ihren Betrieb eingestellt, nachdem sich eine Lehrkraft an der Emanuel-Lasker-Schule laut Senat auf einer Ski-Reise in Norditalien mit dem Virus infiziert hat. Jetzt sollen rund 80 Kontaktpersonen auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet werden. Frühestens danach könne die Schule wieder öffnen.
Andere Länder haben bereits alle Schulen in eine Corona-Pause geschickt. So hatte der japanische Premierminister Shinzo Abe Ende Februar angekündigt, die Schulen im Land bis zu den Frühlingsferien geschlossen zu halten. Die Maßnahme betrifft 12,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Japan.