Panorama

Regen trifft auf islamisches Fest Blutfluss färbt Straßen rot

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Bangladeschs Hauptstadt ist häufiger von Hochwasser betroffen - rot ist das Wasser aber normalerweise nicht.

(Foto: AP)

Was passiert, wenn starker Regen die Straßen flutet und das traditionelle islamische Opferfest aufeinander treffen? Dann verwandeln sich Dhakas Straßen in einen roten Fluss. Grund ist das viele Blut, das für Opfergaben geflossen ist.

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Die Bewohner Dhakas laufen durch die roten Fluten.

(Foto: AP)

Starker Regenfall und das Schlachten von Tieren als Teil des islamischen Opferfestes Eid al-Adha haben die Straßen in der Hauptstadt Bangladeschs in blutige Flüsse verwandelt.

Die schlechte Entwässerung der Stadt führt zu immer wieder kehrenden Überflutungen, berichtet der britische "Guardian". Nachdem jetzt tausende Schafe, Ziegen und Kühe geschlachtet wurden, verwandelten sich Dhakas Straßen in einen gruseligen Schauplatz.

Behördenangaben zufolge gäbe es zwar extra vorgesehene Schlachtplätze für die Opfergaben, sodass das Blut und Gerippe der Tiere danach besser gesäubert werden könne. Doch lokalen Medienberichten zufolge meiden die meisten Bewohner diese gesonderten Bereiche und schlachten lieber in ihrer Garage oder auf der Straße vor ihren Häusern. Das Ergebnis sind blutüberströmte Straßen, die durch den starken Regen zu roten Flüssen mutierten.

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Das Fleisch wird meist mit Familie und Freunden geteilt - und mit denen, die sich eigene Opfergaben nicht leisten können. Auch auf Parkplätzen und in kleinen Gassen wurden die Tiere geschlachtet.

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Um das Eid-Fest zu begrüßen, werden tausende Tiere geopfert.

(Foto: AP)

"Ich fühlte mich als würde ich durch ein post-apokalyptisches Stadtviertel laufen", zitiert der "Guardian" Atish Saha, einen in Dhaka wohnhaften Künstler. "Um ehrlich zu sein, hatte ich Angst. Es war ein Bild von Massengewalt, das niemand mehr erleben sollte." Familien und Kinder liefen teils barfuß durch das knöchelhohe rote Wasser. "Das macht mich sprachlos", sagt Saha.

Das Schlachten von Tieren soll laut dem Künstler noch einen weiteren Tag andauern. Das Wasser ist bereits wieder aus den Straßen zurückgewichen, habe aber noch immer einen rötlichen Farbton und sei mit tierischen Innereien übersät.

Beim Opferfest Eid al-Adha wird des Propheten Abraham gedacht, der nach muslimischer Überlieferung die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael Allah zu opfern. Es ist bei gläubigen Muslimen üblich, zur Feier des Festes ein Tier zu opfern, wenn sie es sich finanziell leisten können. Das Fleisch des Tieres wird dann unter den Armen und Hungrigen verteilt.

Quelle: n-tv.de, vck