Panorama

Patientin war im Januar in China Bremen prüft Verdacht auf Coronavirus

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Die Laboruntersuchungen in dem Fall finden im Institut für Virologie an der Charité Berlin statt.

(Foto: dpa)

In Deutschland gibt es einen zweiten Verdachtsfall für das neue Coronavirus. In Bremen wird eine Frau behandelt, die Anfang Januar aus China zurückgekehrt ist. Das Gesundheitsamt der Stadt hält eine tatsächliche Erkrankung aber für unwahrscheinlich.

In Bremen gibt es einen ersten Verdachtsfall für das neue Coronavirus 2019-nCoV. Auf der Intensivstation des Krankenhauses Mitte werde eine möglicherweise am Coronavirus erkrankte Patientin behandelt, sagte Martin Götz, Referatsleiter für Infektionsschutz im Gesundheitsamt, nach Angaben des "Weser Kuriers".

Es handelt sich demnach um eine Frau, die Anfang Januar als Touristin in China unterwegs war. Sie werde derzeit isoliert auf der Intensivstation des Krankenhauses behandelt, hieß es weiter. "Der Patientin geht es klinisch gut", so Götz. Es gebe noch keine Bestätigung, dass es sich tatsächlich um das Coronavirus handelt, das zuerst in China entdeckt wurde.

Dem Gesundheitsamt zufolge ist es jedoch unwahrscheinlich, dass die Frau tatsächlich infiziert ist. Denn sie soll bereits am 5. Januar aus China zurückgekehrt sein. Die Inkubationszeit für die Erkrankung wäre damit bereits vorbei.

Spahn sieht Deutschland gut vorbereitet

Die Laboruntersuchungen werden den Angaben zufolge in der Charité in Berlin vorgenommen. Bis die Ergebnisse vorliegen, könnte es aber mehrere Tage dauern. "Bis der Fall bestätigt ist oder es Entwarnung gibt, behandeln wir ihn so, als wäre es ein echter Fall des Coronavirus", sagt Götz. Ein Verdachtsfall in Berlin hatte sich kürzlich nicht bestätigt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Deutschland derweil für den Fall eines Auftretens des Virus gut gewappnet. "Grundsätzlich sind wir wachsam, wir nehmen die Dinge sehr ernst, wir sind aber auch gut vorbereitet", sagte er in Berlin. Pandemie- und Umgangspläne sorgten für Klarheit, was im Fall der Fälle an den Flughäfen und an den Kliniken zu tun sei.

Das chinesische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf Behördenangaben, dass die Zahl bestätigter Infektionen am Montag im Vergleich zum Vortag um mehr als 700 auf 2744 gestiegen ist, die Zahl der Toten um 24 auf mindestens 80. Es handele sich meist um ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen.

Am heutigen Montag gab es nun auch einen ersten Todesfall in Peking. Ein 50-Jähriger sei der Krankheit erlegen, teilte das Gesundheitsamt der chinesischen Hauptstadt mit. Der Mann habe Anfang Januar Wuhan besucht und eine Woche nach seiner Rückkehr Fieber bekommen. Nun sei er an Lungenversagen gestorben.

WHO korrigiert Gefährdungsniveau nach oben

Mit den rund 50 Fällen außerhalb Chinas sind inzwischen fast 2800 Fälle weltweit bestätigt. In Europa sind bisher drei Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen, alle drei betrafen Menschen in Frankreich, die zuvor in China waren.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat indes eigene Angaben zum internationalen Gefährdungsniveau durch das Virus korrigiert. Weltweit sei die Gefährdung "hoch", erklärte die Organisation und korrigierte damit bisherige Angaben. Zur Begründung sagte die WHO-Sprecherin Fadela Chaib, es habe einen "Formulierungsfehler" gegeben. Die WHO schätze das Risiko "sehr hoch in China, hoch in der Region und hoch auf weltweitem Niveau" ein.

In Erklärungen der WHO vom Donnerstag, Freitag und Samstag vergangener Woche hatte es dagegen immer geheißen, das Risiko sei "sehr hoch in China, hoch in der Region und moderat auf weltweitem Niveau". Chaib betonte, dass die neue Formulierung nicht die Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstandes bedeute. Dieser wird nur äußerst selten erklärt.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP