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"Für so ein Pferd verlassen" Britin nach Facebook-Post in Dubai verhaftet

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Wut auf die neue Ehefrau: Einer Britin droht eine Haftstrafe für saftige Kommentare auf Facebook.

(Foto: imago/Panthermedia)

Als ihr Ex-Mann wieder heiratet, reagiert eine Britin nicht einfühlsam und belegt die Nachfolgerin mit wenig schmeichelhaften Tiernamen. Jahre später reist sie zur Beerdigung des Ex nach Dubai und erlebt eine Überraschung: Sie wird wegen Beleidigung verhaftet.

Wegen eines mehr als zwei Jahre alten Eintrags auf Facebook droht einer Britin eine Haftstrafe in Dubai. Die 55-Jährige sei zusammen mit ihrer 14 Jahre alten Tochter am Flughafen Dubai verhaftet worden, schrieb die Geschäftsführerin der Menschenrechtsgruppe "Detained in Dubai" ("Verhaftet in Dubai"), Radha Stirlin, auf Twitter. Die Frau fürchte nun eine bis zu zweijährige Haftstrafe und eine Zahlung in Höhe von bis zu 50.000 Pfund, umgerechnet etwa 58.000 Euro.

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Laut einem Bericht der britischen BBC ist die Britin im März zusammen mit ihrer Tochter nach Dubai geflogen, um an der Beerdigung ihres Ex-Mannes teilzunehmen. Das Paar hatte sich vor einigen Jahren scheiden lassen. Als die Frau von der erneuten Hochzeit ihres Ex-Mannes in Dubai erfahren habe, hatte die Frau mit iranischen Wurzeln ein Foto des frisch verheirateten Paares mit den Worten kommentiert: "Ich hoffe, du Idiot gehst unter die Erde. Du hast mich für dieses Pferd verlassen."

Wie die Menschenrechtsgruppe mitteilte, habe die neue Frau des verstorbenen Ex-Mannes die Kommentare aus dem Oktober 2016 gemeldet. Laut britischen Medien stammt die Beschwerdeführerin aus Tunesien und sei nicht bereit, "in Stille zu leiden". Die Britin befinde sich weiterhin in Dubai, die Tochter durfte das Emirat wieder verlassen.

Das britische Außenministerium bestätigte, es unterstütze eine Britin und deren Familie nach der Verhaftungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Man steht in Kontakt mit den örtlichen Behörden. Die harten Gesetze zur Internetkriminalität des Landes stehen international immer wieder in der Kritik.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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