Panorama

Blutige Szenen auf VideoBrutale Messerattacke in Belfast entfacht neue Proteste

09.06.2026, 16:49 Uhr
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Die Polizei habe den "äußerst besorgniserregenden Angriff" als "kritischen Vorfall" eingestuft, erklärte Vize-Polizeichef Ryan Henderson. (Foto: picture alliance / PA Images)

Eine Videoaufnahme zeigt: Ein Mann liegt blutüberströmt am Boden, der Angreifer sticht weiter zu. Die Bilder aus Belfast sorgen landesweit für Empörung. Während die Polizei ermittelt, nutzen Rechtsextreme den Fall bereits für politische Mobilisierung.

Ein brutaler Messerangriff im nordirischen Belfast hat in Großbritannien für Empörung gesorgt. Wie die Polizei mitteilte, wurde ein aus dem Sudan stammender Tatverdächtiger festgenommen, der am Vortag einen Mann schwer im Gesicht sowie am Hals und Rücken verletzt haben soll. Angesichts von online veröffentlichten Videoaufnahmen des Angriffs riefen Vertreter der britischen Rechtsextremen zu Protesten auf.

Ein Video zeigte den Angreifer, der einen am Boden liegenden, blutüberströmten Mann mehrfach mit einem Messer attackiert und offenbar versucht, ihm die Kehle durchzuschneiden. Derzeitigen Ermittlungen zufolge haben eingreifende Passanten dem Mann wohl das Leben gerettet. Premierminister Keir Starmer verurteilte den Vorfall als "schrecklich" und "widerwärtig". "Ich habe keinerlei Toleranz für abscheuliche Gewaltszenen wie diese auf unseren Straßen", erklärte er bei X.

Die Polizei habe den "äußerst besorgniserregenden Angriff" als "kritischen Vorfall" eingestuft, erklärte Vize-Polizeichef Ryan Henderson. Zeugen des Vorfalls seien aufgerufen, die Ermittlungen zu unterstützen und jegliche Videoaufnahmen des Angriffs zur Verfügung zu stellen.

Vor wenigen Tagen hatte der Umgang der Polizei mit einem von einem Sikh niedergestochenen und wenig später gestorbenen weißen Studenten in Großbritannien gewaltsame Proteste ausgelöst. Während des Prozesses war ein Video öffentlich geworden, das zeigt, wie Polizisten dem schwer verletzten 18-jährigen Opfer Handschellen anlegten, statt ihm zu helfen. Wenig später starb der Student, nachdem er mehrmals "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen") gerufen hatte.

Der Angreifer hatte gegenüber den Polizisten am Tatort behauptet, er sei das Opfer und von dem 18-Jährigen als Angehöriger der Glaubensgemeinschaft der Sikh rassistisch beleidigt worden. Dass die Beamten dem Täter mehr Glauben schenkten als dem Opfer, rief vielfach Empörung hervor, insbesondere bei ultrarechten Politikern. Sie warfen der Polizei vor, Weiße zu benachteiligen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP

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