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Umstrittene Kampagne Bundeswehr wirbt mit Stellenabbau bei Ford

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"Job Fort? Mach, was wirklich zählt", heißt es in der Kampagne der Bundeswehr. Mit dem Slogan sollen neue Mitarbeiter angeworben werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Bundeswehr sucht neue Mitarbeiter. In ihrer Werbung macht sie sich die Probleme anderer Unternehmen zunutze. Ein Slogan spielt deutlich auf Ford und dessen Stellenabbau an. Der Autokonzern findet die Aktion alles andere als lustig.

Der Betriebsrat von Ford Europa kritisiert die Bundeswehr für eine Werbung, die auf den drohenden Stellenabbau im Kölner Autowerk anspielt. Auf der Titelseite einer Kölner Boulevardzeitung hatte die Bundeswehr eine Anzeige mit dem Text "Job Fort? Mach, was wirklich zählt" platziert. Das Wort "Fort" wurde dabei dem Ford-Logo nachempfunden. Vor dem Ford-Werk in Köln zeigte ein Lieferwagen mit Werbefläche dieselbe Botschaft.

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"Das ist absolut unangemessen und respektlos", sagte Martin Hennig, Betriebsratschef von Ford Europa: "Die Bundeswehr instrumentalisiert auf geschmacklose Weise Schicksale für Werbezwecke". Bei Ford in Köln und in Saarlouis sollen demnächst 5400 Stellen über Abfindungen und Frühverrentungen wegfallen.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums sagte, man wolle niemanden beleidigen: "Die Bundeswehr will Menschen, die von Stellenabbau betroffen sind, eine berufliche Perspektive in Uniform oder in unserem zivilen Bereich anbieten." So habe man auch vor dem VW-Werk in Wolfsburg für die Bundeswehr geworben. Dort habe auf einem Plakat der Spruch "Einen Job fürs Volk wagen" gestanden.

Ein Sprecher des VW-Konzernbetriebsrates kritisierte die Aktion ebenfalls. "Werbung darf sicherlich frech sein, aber sie darf nicht zur Frechheit werden", so der Sprecher. Volkswagen hatte kürzlich bekannt gegeben, in den nächsten fünf Jahren könnten 5000 bis 7000 Stellen wegfallen.

Zu den Kosten der Aktion sagte das Bundesverteidigungsministerium, dass sie für die Lieferwagen im "niedrigen einstelligen Tausenderbereich" gelegen hätten. Wieviel die Anzeigen in Zeitungen und sozialen Medien kosteten, ließ das Ministerium offen.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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