Organisierte Hetzjagd Bundesweite Razzia gegen digitale "Hater-Community"

Sie begingen online Straftaten in seinem Namen und beschädigten sein Wohnhaus: eine Gruppe orchestrierte über Jahre mutmaßlich eine Hetzjagd gegen einen 44 Jahre alten Mann aus Karlsruhe. Nun durchsucht die Polizei Wohnungen der Verdächtigen - in gleich sieben Bundesländern.
Wegen einer konzertierten Hetzkampagne gegen einen 44 Jahre alten Mann aus Karlsruhe sind Ermittler bundesweit gegen 15 mutmaßliche Mitglieder einer "Hater-Community" vorgegangen. In sieben Bundesländern seien 15 Wohnungen durchsucht worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Dabei seien neben einer größeren Cannabis-Indoor-Plantage umfangreiche Datenträger sichergestellt worden. Durchsucht wurde in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.
Die Verdächtigen sollen dem Mann, der laut den Behörden in sozialen Medien mit "stark polarisierenden Inhalten" auftritt, in vielfacher Weise übel mitgespielt haben: Unter anderem werden ihnen Nötigung und Bedrohung, Diebstahl, Sachbeschädigung und üble Nachrede vorgeworfen. So hätten sie etwa das Wohnhaus des 44-Jährigen und Gräber seiner Familienangehörigen beschädigt.
Dem Opfer Straftaten angelastet
Zudem hätten sie im Namen ihres Opfers eine Vielzahl von E-Mails mit beleidigenden oder bedrohlichen Inhalten verschickt, die an Politiker, Gedenkstätten, Einzelhandelsunternehmen oder auch Bildungseinrichtungen gingen. Dadurch seien Strafanzeigen und Ermittlungen gegen den 44-Jährigen ausgelöst worden.
Die zwischen 22 und 49 Jahre alten Verdächtigen sollen so zwischen März 2023 und September 2026 zahlreiche Straftaten begangen und diese dem 44-Jährigen angelastet haben. Die Aktionen der Gruppe hätten erhebliche Auswirkungen auf den Mann gehabt.
Die Ermittlungen kamen demzufolge im Januar 2024 in Gang. Internetnutzer hatten sich den Angaben zufolge in der losen und über das Internet kommunizierenden "Hater-Community" zusammengeschlossen. Dort hatten sie Aktionen gegen den 44-Jährigen abgestimmt und vorbereitet, wie es weiter hieß. Teile der Gruppierung nennen sich den Behörden zufolge "Freikreuzzug" (FKZ).
