Panorama

Keine Zeit für Online-Spiele China: Kinder dürfen nur noch drei Stunden pro Woche zocken

252787424.jpg

Auch der Lehrplan wird stärker reguliert: Er wird durch die "politische Philosophie" von Xi Jinping ergänzt.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

In China bestimmt die Regierung große Teile des Bürgeralltags, auch Kinder sind davor nicht gefeit. Um gegen Spielsucht vorzugehen, schränkt die Volksrepublik die Zeit für Videospiele drastisch ein. In der Schule gelten bald ebenfalls neue Regelungen für die Kleinsten.

Stundenlange Gaming-Sessions sind unmöglich: Minderjährige in China dürfen künftig nur noch drei Stunden pro Woche mit Online-Spielen verbringen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, haben die Behörden neue Regeln eingeführt, wonach unter 18-Jährige nur noch am Freitagabend zwischen 20 und 21 Uhr, an Samstagen, Sonntagen sowie an Feiertagen für jeweils eine Stunde spielen dürfen. Zu allen anderen Zeiten soll es Unternehmen untersagt werden, Spiele anzubieten. Zudem soll sichergestellt werden, dass die Registrierung und Anmeldung bei den Online-Diensten immer unter der echten Identität geschieht.

Weil es in China Bedenken gibt, dass Jugendliche durch zu viel Zeit mit Online-Spielen eine Sucht entwickeln könnten, mussten Anbieter schon zuvor ihre Dienste streng regulieren. Zuletzt waren pro Tag eineinhalb Stunden erlaubt, an Feiertagen durfte drei Stunden gespielt werden.

Auch im schulischen Bereich greift Peking weiter durch. Einem Bericht des Staatsmediums "Global Times" zufolge sollen Kinder ab zehn Jahren in der Schule etwas über die politische Philosophie von Staatspräsident Xi Jinping lernen. Bereits ab dem kommenden Monat sollen die Lehren Teil des chinesischen Lehrplans werden. Medienberichten zufolge wurden bereits die Schulbücher aktualisiert und mit Bildern des Staatspräsidenten versehen. In einem Rundschreiben des chinesischen Bildungsministeriums wird dieser Schritt damit begründet, dass man Kindern helfen wolle, "marxistische Werte aufzubauen und den Glauben in den Sozialismus zu stärken".

Schriftliche Prüfungen verboten

Gleichzeitig versucht die chinesische Regierung offenbar, zumindest den Kleinsten etwas Leistungsdruck zu nehmen, und hat nun schriftliche Prüfungen für Sechs- und Siebenjährige verboten. "Zu häufige Prüfungen, die die Schüler überfordern und unter enormen Prüfungsdruck setzen", seien vom Bildungsministerium abgeschafft worden, heißt es in den neuen Leitlinien. Der große Druck auf Schulkinder bereits ab einem jungen Alter schade ihrer geistigen und körperlichen Gesundheit. Die neuen Vorschriften sehen auch eine Beschränkung der Prüfungen bei älteren Schülern vor - künftig dürfen diese nur noch einmal im Jahr stattfinden. Zwischenprüfungen und Probeexamen in der Oberstufe seien jedoch weiterhin erlaubt.

In Chinas leistungsorientiertem Schulsystem mussten die Schulkinder bislang von der ersten Klasse an Prüfungen ablegen. Die Examen gipfeln schließlich in der gefürchteten Hochschul-Aufnahmeprüfung Gaokao, die im Alter von 18 Jahren abgelegt wird. Diese Prüfung entscheidet in vielen Fällen über den späteren Lebensweg der jungen Erwachsenen.

Quelle: ntv.de, vdo/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen