Panorama

Zahlreiche Neuinfektionen China meldet erste Behandlungserfolge

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Ein medizinischer Mitarbeiter überprüft den Tropf eines Patienten in einem Krankenhaus in Wuhan.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus greift um sich, allein in China sind inzwischen fast 2800 Menschen infiziert. Praktisch die gesamte zentralchinesische Provinz Hubei steht unter Quarantäne, betroffen sind rund 56 Millionen Menschen. Staatsmedien verbreiten derweil erste Erfolge im Kampf gegen die Krankheit.

Bei der Behandlung von Patienten mit dem neuen Coronavirus haben chinesische Ärzte erste Erfolge gemeldet. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, habe sich der Zustand von elf infizierten medizinischen Kräften verbessert. Die klinischen Symptome seien unter Kontrolle gebracht worden. Das Fieber und andere Beschwerden seien zurückgegangen. Zudem seien Testergebnisse für das Virus danach negativ gewesen.

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Details über die Art der Behandlung im Xiehe-Krankenhaus der schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina wurden nicht berichtet. Die Zahl der bestätigten Todesopfer liegt derzeit bei 80. Demnach haben sich in China bis Sonntagnacht fast 2800 Menschen mit dem Virus angesteckt. Weltweit kommen rund 40 Fälle hinzu - darunter mit drei Patienten in Frankreich die ersten Erkrankungen in Europa.

In der Millionenmetropole Wuhan war der Erreger Ende Dezember erstmals auf Menschen übergesprungen - vermutlich auf einem Tiermarkt. Der Bürgermeister der Stadt, Zhou Xianwang, sagte, die Zahl der Infektionen könnte noch um tausend steigen. Derzeit gebe es noch 2700 Verdachts- und Fieberfälle, die getestet würden.

Überfüllte Krankenhäuser

Die Krankenhäuser der Stadt waren am Wochenende offenbar völlig überfordert. Nach offiziell unbestätigten Berichten wurden Patienten zurückgewiesen, weil es nicht genug Personal und Betten gab. Chinesische Medien berichten, 24 Krankenhäuser sollten zusätzliche Betten bereitstellen. Im Eiltempo ist Wuhan dabei, zwei neue Krankenhäuser zu bauen mit einer Kapazität von insgesamt 2300 Betten. Das erste Hospital soll in etwa einer Woche Patienten aufnehmen, das zweite kurz danach.

Aus anderen Teilen Chinas wurden rund 1700 Ärzte und Pfleger nach Wuhan entsandt. Dort wurden der öffentliche Nah- und Fernverkehr, Zug- und Flugverbindungen gestoppt sowie Ausfallstraßen gesperrt. Ab Sonntag sollte auch der normale Autoverkehr in den großen Stadtbezirken aufhören. Neben der Millionenmetropole Wuhan steht inzwischen praktisch die gesamte zentralchinesische Provinz Hubei unter Quarantäne, betroffen sind rund 56 Millionen Menschen.

Übertragung ohne Symptome

Das Coronavirus überträgt sich einer Studie zufolge relativ rasch zwischen Menschen. Experten des Imperial College London haben berechnet, dass ein Infizierter bis zum 18. Januar durchschnittlich 2,6 weitere Personen angesteckt haben könnte. Eine Studie im britischen Fachjournal "Lancet" kam zu dem Schluss, dass das Virus auch von Personen weitergegeben werden kann, die noch keine Erkältungssymptome zeigen. Um das Ansteckungsrisiko zu senken, sollen in Wuhan alle Menschen 14 Tage lang zur medizinischen Beobachtung zu Hause bleiben.

Die drei in Frankreich infizierten Patienten sind offenbar nicht schwer erkrankt. Dem Paar, das im Pariser Krankenhaus Bichat behandelt werde, gehe es gut, erklärten Ärzte am Samstag. Einer von ihnen habe noch etwas Fieber. Der 31-Jährige und seine 30 Jahre alte Frau kamen nach einem Aufenthalt in Wuhan nach Frankreich zurück. Auch dem dritten Patienten in Frankreich, der in einer Klinik in Bordeaux behandelt wird, gehe es soweit gut, sagte der Bürgermeister der Stadt, Nicolas Florian, am Samstag.

Quelle: ntv.de, chr/dpa