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Wahrhaft befriedigende Übungen Coregasm - so kommt Frau beim Sport

01.09.2016, 20:41 Uhr
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In der Teenagerkomödie "Mädchen Mädchen" stellt Inken fest, dass ihr Fahrradsattel ihr bessere Dienste leistet als ihr Freund. (Foto: imago stock&people)

Ganz ohne Reibung und erotische Gedanken zum Höhepunkt kommen? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Und doch soll es ihn geben. Nur nicht für Männer.

Die Dominanz schwarzafrikanischer Sprinter, die leistungssteigernde Wirkung sexueller Techtelmechtel unmittelbar vor dem Wettkampf oder die emotionsgeladenen Schreie beim Damentennis - es gibt einige unerklärliche Phänomene im Sport.

Lange kursierte in Kreisen sportlich aktiver Frauen die Anekdote, dass es möglich sei, während des Bauchmuskeltrainings eine Art Orgasmus zu erleben. Tatsächlich hat der Sexualforscher Alfred Kinsey schon 1953 entdeckt, dass Frauen einen Orgasmus beim Sport erleben können. Doch da dies bei Weitem nicht auf alle Frauen zutraf, galt der sogenannte Coregasm lange Zeit als inexistent - bis eine groß angelegte Studie des "Center for Sexual Health, Physical Education and Recreation" der Universität von Indiana die tatsächliche Existenz des Phänomens bewies.

An der Studie nahmen 370 Frauen zwischen 18 und 63 Jahren teil, von denen 124 angaben, schon einmal einen Orgasmus beim Sport erlebt zu haben. Immerhin 246 berichteten darüber hinaus, dass sie zumindest auf angenehme Weise bei Sport erregt waren, ohne dabei sexuelle Gedanken gehegt zu haben.

Anders als beim vaginalen oder klitoralen Orgasmus braucht Frau beim Coregasm weder Reibung noch erotische Gedanken, um zum Orgasmus zu kommen. Alleine die Kontraktionen, die bei dem Bauchmuskeltraining in den Bauch- und den Beckenbodenmuskeln durchgeführt werden, können demnach die Klitoris stimulieren. Über das Training der Körpermitte führt der Weg zum Coregasm. Das englische Mischwort vermittelt es schon: Es setzt sich aus "core" - der Körpermitte - und "orgasm" zusammen.

Doppelt belohnt

Besonders die Auswertung der Sportarten, bei denen der Coregasm am häufigsten vorzukommen schien, untermauerte die These, dass die angespannte Bauchmuskulatur ausschlaggebend für die Stimulation ist. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, dass gerade das Beckenbodentraining weit oben in dieser Liste steht. Aber auch andere Sportarten, die die Bauchmuskulatur besonders stark beanspruchen, wie Yoga, Radfahren oder Tennisführten bei vielen Teilnehmern der Studie bereits zum Coregasm.

Wie der Coregasm jedoch genau über diese Übungen ausgelöst wird, ist nicht ganz klar. Allerdings scheint die gleichzeitige Stimulation von Bauch- und Beckenbodenmuskulatur den Orgasmus beim Sport zu begünstigen. Dabei entsteht offenbar ein innerer Druck auf die Klitoris. Zudem kann die gesteigerte Durchblutung zusätzlich stimulierend auf Schwellkörper wirken. Der Coregasm macht sich dabei meist kurz vor Ende eines anstrengenden Workouts quasi als Belohnung Luft. Ein Besuch im Fitnessstudio kann sich also in doppelter Hinsicht lohnen.

Quelle: ntv.de, dsi

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