Panorama

Pandemie verstärkt Ungleichheit Corona stürzt Lateinamerika in Armut

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In Argentinien sind einige Menschen so arm, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als sich auf einem verlassenen Grundstück niederzulassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise setzt der wirtschaftlichen Lage in vielen Ländern auf der Welt zu - besonders drastisch trifft es aber Lateinamerika und die Karibik. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen steigt dort nun auf rund 209 Millionen - gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung.

Rund 22 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik infolge der Coronavirus-Pandemie nach UN-Angaben in die Armut abgerutscht. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen stieg dort auf rund 209 Millionen an - das ist gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung in der Region, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vorstellte. Demnach lebten Ende des Jahres 78 Millionen Menschen in extremer Armut. Das entsprach 12,5 Prozent der Bevölkerung - die höchste Zahl seit 20 Jahren. Außerdem nahm dem Bericht zufolge die Ungleichheit in der Region im Jahr 2020 zu.

Vor allem sei die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zurückgegangen. Der Anstieg der Arbeitslosenquote um 2,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr wirke sich besonders auf Frauen und Arbeiter in der sogenannten informellen Wirtschaft ohne staatliche Regulierung und mit geringem Sozialschutz sowie auf junge Menschen und Migranten aus. Die Pandemie habe die strukturellen Ungleichheiten in der Region aufgezeigt, die ohnehin schon unter geringem Wirtschaftswachstum, steigender Armut und wachsenden sozialen Spannungen gelitten habe.

Die Cepal rief dazu auf, in der Region einen neuen Sozialstaat mit bedingungslosem Sozialschutz einzurichten. Lateinamerika und die Karibik stellen nach Zahlen der UN-Kommission 8,4 Prozent der Weltbevölkerung, verzeichneten vergangenes Jahr aber 27,8 Prozent der Todesfälle durch Covid-19-Erkrankungen.

Quelle: ntv.de, can/dpa

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