Panorama

US-Regierung vollstreckt Urteil Daniel Lewis Lee nun doch hingerichtet

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Daniel Lewis Lee hat vor mehr als 20 Jahren eine ganze Familie ermordet.

(Foto: AP)

Trotz Protesten richten die USA den auf Bundesebene verurteilten Straftäter Daniel Lewis Lee per Giftspritze hin. Es ist seit 17 Jahren das erste Todesurteil der US-Regierung, das vollstreckt wird. Nur Stunden zuvor hatte der Oberste Gerichtshof den Weg dafür endgültig freigemacht.

In den USA ist erstmals seit 2003 ein Todesurteil auf Bundesebene vollstreckt worden. Der wegen Mordes zum Tode verurteilte Daniel Lewis Lee wurde am Dienstag in einem Gefängnis im Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze hingerichtet, wie die Gefängnisbehörden mitteilten. Er wurde um 8.07 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Der Oberste US-Gerichtshof hatte nur Stunden zuvor den Weg für die Vollstreckung des Todesurteils freigemacht.

Der 47-jährige Lee hätte eigentlich am Montag hingerichtet werden sollen. Eine Bundesrichterin stoppte die Hinrichtung aber wenige Stunden vor Vollstreckung per einstweiliger Verfügung. Richterin Tanya Chutkan argumentierte mit möglichen Schmerzen durch den Einsatz des Mittels Pentobarbital für die tödliche Injektion. Der Supreme Court in Washington hob diesen Beschluss dann aber in der Nacht auf Dienstag auf. Der Rassist war 1999 wegen der Ermordung eines Waffenhändlers, dessen Ehefrau und der achtjährigen Tochter zum Tode verurteilt worden.

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Die Entscheidung der US-Regierung löste national und international Kritik aus.

(Foto: AP)

Die meisten Kriminalfälle in den USA werden vor Gerichten in den einzelnen Bundesstaaten verhandelt, einige Prozesse finden allerdings vor Bundesgerichten statt. Darunter fallen Hassverbrechen, eine Reihe besonders schwerer Verbrechen sowie Straftaten, die auf militärischen Einrichtungen oder in Reservaten der indigenen Bevölkerung geschehen.

Verurteilt, aber nicht vollstreckt

Seit 2003 hat es auf Bundesebene keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt. Für Mittwoch und Freitag sind nach Angaben des Death Penalty Information Center weitere Hinrichtungen auf Bundesebene geplant. Fälle, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der US-Regierung. Justizminister William Barr drang zuletzt darauf, die Hinrichtungen zu vollstrecken.

Ab 1988 hatte es lediglich drei Vollstreckungen der Todesstrafe auf Bundesebene gegeben. Die Entscheidung von Präsident Trump, nach 17 Jahren erneut damit zu beginnen, hatte international Kritik ausgelöst - auch von Seiten der Europäischen Union.

Auch von den Bundesstaaten vollstrecken nur noch wenige Hinrichtungen, die meisten davon im Süden der USA. Im Jahr 2019 wurden auf diese Weise 22 Menschen getötet.

Quelle: ntv.de, bea/AFP/dpa