Panorama

Klimaproteste in Berlin Demonstranten blockieren viele A100-Ausfahrten

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Die Demonstrierenden setzen sich für ein Ende der Ölbohrungen in der Nordsee ein.

(Foto: REUTERS)

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Den zweiten Tag in Folge sorgen Klimaschutz-Demonstranten in Berlin mit ihren Protesten für zahlreiche Verkehrsbehinderungen. Auch in den kommenden Tagen soll es derartige Aktionen geben. Die Polizei meldet Dutzende Festnahmen - die GdP beklagt den laxen Umgang mit den Protestlern.

Erneut haben Klimaschutz-Demonstranten am Morgen in Berlin zahlreiche Ausfahrten der Stadtautobahn A100 blockiert. Betroffen waren nach Angaben der Polizei und der Verkehrsinformationszentrale etwa zehn Abfahrten und Straßen vor allem im Westen und Süden der Stadt. Laut Polizei blockierten jeweils Gruppen von rund sieben bis zehn Männern und Frauen die Ausfahrten. Teilweise klebten sie sich auf der Straße fest, entsprechend länger dauerten die Blockaden. Auf der Autobahn kam es im Berufsverkehr zu Staus. 180 Polizisten waren im Einsatz.

Erst am Vortag hatte es an vielen Stellen kurzzeitig Blockaden gegeben und auch für die nächsten Tage sind ähnliche Aktionen geplant. Auf Transparenten forderten die Demonstranten der Gruppe "Letzte Generation" "Öl sparen statt bohren" und "Nordseeöl - nö". Die Polizei leitete Autos über den Gehweg.

Wie im Januar und Februar bei der ersten Serie von Blockaden kam es offenbar wieder zu aggressiven und problematischen Vorfällen. Die "Letzte Generation" postete ein Video, in dem zu sehen ist, wie ein Autofahrer mit seinem Wagen langsam eine Demonstrantin wegschiebt. Die Frau geht erst rückwärts und legt sich dann auf die Motorhaube des Autos. Der Fahrer ruft, er habe einen Termin, die Demonstrantin schreit zurück. Wie die Situation ausging, war nicht zu sehen. Am Montag waren Fotos im Internet veröffentlicht worden, auf denen Blockierer weggeschoben oder mit Wasser bespritzt werden.

Die Blockaden dieser Woche waren angekündigt worden und sollen jeden Vormittag stattfinden. Die Initiative hatte bundesweit um Unterstützer aus der Umweltschutzbewegung geworben und mehr Teilnehmer als früher angekündigt.

75 Demonstranten festgenommen, 28 Strafverfahren

"Wir sind die letzte Generation, die den Klimakollaps noch verhindern kann", teilte die Initiative mit. Sie verlangt eine Erklärung durch Bundeskanzler Olaf Scholz, dass keine neue Infrastruktur gebaut wird, um fossile Energieträger zu nutzen. Geplant seien tägliche Unterbrechungen des Straßenverkehrs in Berlin - bis Scholz glaubhaft erkläre, dass es keine Ölbohrungen in der Nordsee geben werde.

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Am Montag hatte die Polizei 75 Demonstranten vorläufig festgenommen. 28 Strafverfahren seien eingeleitet worden, vor allem wegen Nötigung und Widerstands gegen die Polizei, sagte ein Polizeisprecher. Hinzu kämen elf Ermittlungsverfahren wegen Ordnungswidrigkeiten.

Die Berliner CDU kritisierte: "Die Straßenblockaden der letzten Tage haben den Verkehr behindert, Menschenleben gefährdet, das Klima durch unnötige Staus zusätzlich belastet." SPD-Innensenatorin Iris Spranger müsse endlich durchgreifen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) monierte, der Alltag von Hunderttausenden Menschen werde massiv durch die Demonstranten behindert. "Vielleicht wäre es dann auch ratsam, dass sie von Seiten der Justiz dafür entsprechend sanktioniert werden, unsere Kollegen nicht für den Papierkorb arbeiten und Blockierer nicht nach einer solchen Guerilla-Aktion die Hauptstadt wieder verlassen, als wäre nichts gewesen."

Quelle: jwu/dpa

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