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Nach kurzer Schwächephase Der Hochsommer kommt kurz zurück

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Ein weiteres Mal könnten die Temperaturen über die 30-Grad-Marke klettern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der August und damit auch der meteorologische Sommer neigen sich ihrem Ende zu - und nach einer kurzen kühleren Phase steigen die Temperaturen in der kommenden Woche wohl wieder. Unter Umständen könnte 2019 so doch noch einen Rekordsommer verzeichnen, sagt n-tv Wetterexperte Björn Alexander.

Nach einer Schwächephase läuft der Sommer jetzt wohl noch einmal zur Hochform auf. Wie schön und warm wird es?

Das Wochenende wird uns definitiv nochmals einen hochsommerlichen Anstrich bringen. Zwar ist es abends natürlich nicht mehr so lange hell wie im Juni oder Juli - Sonnenuntergang ist derzeit schon vor 21 Uhr. Dennoch bleibt es noch relativ lang warm. Und tagsüber bekommen wir meistens viel Sonne und nur gelegentliche Gewitter. Hierzu bringen es die Tageshöchstwerte auf bis zu 32 Grad.

Wie lange bleibt das Wetter so gut?

Björn Alexander

n-tv Wetterexperte Björn Alexander

Nach jetzigem Stand bis Mitte nächster Woche. Denn ab Mittwoch oder Donnerstag werden die Gewitter immer zahlreicher und sorgen für mäßigere Temperaturen. Aber selbst die könnten noch spätsommerlich warm sein.

Mit dem Ende des Augusts endet ja auch der meteorologische Sommer. Gibt es schon Trends, wo wir mit dem Sommer 2019 landen werden?

Der Sommer 2019 ist auf dem besten Weg, den Sommer 2018 in Sachen Temperaturen zu überholen. Selbst der Sommer 2003 ist aufgrund des anstehenden August-Finales noch in Schlagdistanz. Und das ist schon sehr bemerkenswert.

Warum?

Weil der Sommer 2019 von den Großwetterlagen her eigentlich kein typischer Hitzesommer war. Es gab im klassischen Sinne keine lang anhaltenden und vor allem zahlreichen Hitzewellen mit zentralem Hoch über Mitteleuropa, sondern immer wieder kühle, wechselhafte und windige Phasen. Allerdings haben die zwei extrem markanten Hitzewellen den Sommer weit hochgedrückt.

Welche waren das?

Einerseits die Juni-Hitze, die schlussendlich den Juni auf eine positive Abweichung von 4,5 Grad gehoben hat. Andererseits die Rekordhitzewelle im Juli, mit der gleich reihenweise die 40 Grad-Marke geknackt wurde, und die dafür sorgte, dass der Juli - trotz des kühlen und durchwachsenen Beginns noch auf gut zwei Grad über den langjährigen Durchschnitt kam. Was es jetzt ausmachen wird, ist das heiße Finale des Augusts.

Wie heiß muss der August noch werden?

Bisher ist der August "nur" gut 1,5 Grad über dem Durchschnitt. Das reicht bei Weitem noch nicht, um 2003 (+3,3 Grad) oder 2018 (+3,1 Grad) zu schlagen. Mit der nun anstehenden Hitzewelle wird die Abweichung allerdings auf über drei Grad ansteigen, was diesen Sommer zum zweitwärmsten oder sogar zum wärmsten Sommer seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen machen könnte.

Wie sieht es in Sachen Trockenheit aus?

Aufgrund der unbeständigeren Phasen zwischendrin ist der Oberboden insgesamt weniger trocken als im letzten Sommer. Weiterhin extrem ist aber die Dürre in den tieferen Bodenschichten zwischen 1 und 2 Meter.

Wo ist es am trockensten?

Das gilt im Prinzip von der Mainlinie nordwärts fast überall. Hier sind die Auswirkungen der letztjährigen Trockenheit weiterhin am deutlichsten zu sehen. Südlich der Mainlinie ist die Situation insgesamt etwas entspannter. Nichtsdestotrotz fehlen zur Beendigung der tiefgründigen Bodentrockenheit nach wie vor Hunderte Liter Regen auf den Quadratmeter. Und zwar deutschlandweit.

Regen ist aber vorerst einmal nur wenig in Sicht. Wie ist die Wetterlage?

Sommerhoch "Corina" hat sich knapp östlich von uns festgesetzt und bringt nun immer wärmere Luft vom Mittelmeer Richtung Mitteleuropa. Das heißt für Samstag, dass es reichlich Sonnenschein bei meist nur lockeren Quellwolken gibt. Einzig von den Alpen bis zum Erzgebirge wird es allmählich schwüler und damit können sich vereinzelte Wärmegewitter entladen.

Welche Temperaturen bekommen wir?

An der Küste und im höheren Bergland werden es häufig Höchstwerte zwischen 22 und 26 Grad. Im großen Rest werden es oftmals zwischen 28 und 31 Grad. Und auch abends ist es für die meisten von uns noch ziemlich warm bei meist 21 bis 27 Grad um 20 Uhr. Wer länger draußen bleiben möchte, der bekommt im Laufe der Nacht Tiefstwerte um die 17 bis 13 Grad. Hier machen sich die längeren Nächte also bereits bemerkbar und wir können gut durchlüften.

Was bringt uns der Sonntag?

Vom Südosten bis in die Mitte hinein gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken, bei dem sich in der zunehmend schwülen Luft bevorzugt nachmittags und abends teils kräftige Regengüssen und Gewitter entwickeln können. Im Westen und Norden bleibt es unterdessen überwiegend sonnig. Dazu erreichen die Temperaturen verbreitet um die 30 Grad. Frischer ist es weiterhin an der Ostsee. Jedoch sind es hier ebenfalls um die 24 Grad.

Und nächste Woche?

Bis Mittwoch ist es hochsommerlich warm bis heiß bei Temperaturen zwischen 24 und 32 Grad. Zum Teil sind neben der Sonne und der mitunter schwülen Luft aber heftige Gewitter denkbar.

Wie sieht es zur Zeit mit den Wassertemperaturen in unseren Badeseen aus?

Oft werden momentan zwischen 19 und 23 Grad gemeldet. Und auch die Küsten sind mit Werten von um die 18 oder 20 Grad recht frisch. Gemessen wird aber in einem Meter Wassertiefe und somit können flachere Bereiche natürlich spürbar wärmer sein.

Quelle: n-tv.de

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