Ausblick kurz vor dem Hochwinter"Der Winter könnte noch reichlich Potenzial haben"

Über den Jahreswechsel und in den ersten Januartagen ist es in Deutschland richtig kalt und verschneit. Gerade setzt zwar Tauwetter ein, doch daran sollte man sich besser nicht gewöhnen. ntv-Meteorologe Björn Alexander verrät, worauf wir uns einstellen können.
ntv.de: Nach der Eiszeit weht inzwischen ein ganz anderes Lüftchen. Wo ist es am wärmsten?
Björn Alexander: Vor allem im Westen lacht gefühlt schon mal der Lenz. Nicht nur, dass bereits morgens um die 10 Grad zuletzt gemessen wurden - mit Höchstwerten bis an die 15 Grad erreicht die Rheinschiene schon fast die Frühlingstauglichkeit.
Ist das der Startschuss für ein deutschlandweites Frühlingserwachen?
Eher nicht. Für richtigen Frühling ist es natürlich noch viel zu früh und mit dem sogenannten Hochwinter, also der klimatologisch gesehen kältesten Phase des Jahres, müssen wir vor allem Ende Januar und Anfang Februar noch mit einer drastischen Abkühlung rechnen.
Zeigt sich das auch beim Blick auf die Prognosen der Wettercomputer?
Vor allem das europäische Wettermodell fokussiert den Schwenk gen Abkühlung mit einem möglichen Comeback des Winters. Demnach manifestiert sich nämlich östlich von uns ein starkes Hoch, das ab dem Wochenende zunehmend trocken-kühle bis -kalte Luft nach Deutschland führt. Zunächst einmal mit Nachtfrost, der spätestens ab Montag überall Fuß fassen wird, bevor sich zuerst einmal im Osten zur Wochenmitte vermehrt auch tagsüber der Dauerfrost zurückmeldet.
Wie kalt werden die Nächte?
Sollten die kältesten Ansätze der Prognosen so eintreffen, dann wären auf den Bergen im Süden und Südosten gerne mal wieder zweistellige Minusgrade möglich, während uns im Flachland zur Mitte der nächsten Woche oft Tiefstwerte um die minus 2 bis minus 7 Grad erwarten würden.
Und tagsüber?
Den zum Teil sehr kalten Nächten steht ein Sonnen-Comeback an den Tagen gegenüber. Das schützt uns vorerst auch vor einem verbreiteten Vorrücken des Dauerfrostes, sodass uns zu Beginn der nächsten Woche noch vielfach Tageshöchstwerte von minus 2 bis plus 8 Grad erwarten. Durch den mitunter lebhaften bis starken Wind kann sich das zum Teil allerdings deutlich kälter anfühlen.
Wird es eine nachhaltige Rückkehr des Winters?
Damit wäre zumindest Phase eins für ein entspanntes Comeback der winterlichen Grundstimmung gezündet. Und wer auf die weiteren Prognosen der Wettercomputer schielt, der kann sogar Phase zwei einer Rückkehr des Winters erspähen.
Was heißt das konkret?
In gut zehn Tagen spekulieren einige Trends auf richtige Winterluft, die aus östlicher Richtungen zu uns gelangt - möglicherweise sogar mit einer Schwächung des Polarwirbels. Das würde dann sogar für eine nachhaltige Abkühlung bis weit in den Februar hinein sprechen. Aber: Das sind eben auch sehr langfristige und dementsprechend unsichere Prognosen, dem ebenso milde Ansätze anderer Modelle gegenüberstehen. Kurzum: Der Winter macht es spannend, könnte aber noch reichlich Potenzial haben.
Worauf können wir uns denn kurzfristig einstellen?
Dass der Freitag uns nur noch im Westen und Nordwesten letzte Tropfen bringt, die uns Tief "Iuliia" schickt. Derweil bildet sich mit "Christian" ein Ableger vom abziehenden Hoch "Bronco". Damit verstärkt sich hierzulande der Hochdruckeinfluss, und von Osten und Südosten her weht trockene Festlandluft heran.
Mit welchen Folgen fürs Wochenende?
Am Samstag wird es in der Westhälfte sowie in den Alpen freundlich bis sonnig. Ansonsten gibt es gebietsweise zähere Nebel- und Hochnebelfelder - Regen ist aber nicht in Sicht. Das Ganze bei etwa 0 Grad im zähen Nebel und bis zu 11 Grad im Ruhrgebiet. Dabei weht in Südostsachsen der Böhmische Wind recht stramm daher.
Und am Sonntag?
Gibt es teils sonnige, teils neblig trübe Aussichten. Dazu bringen es die Temperaturen an Rhein und Ruhr bis auf 8, sonst maximal auf minus 1 bis plus 6 Grad.
Was zeigen die Wetterkarten für die nächste Woche?
Nach vermehrt frostigen Nächten teilen sich Sonne und Nebel sowie Hochnebel das Feld. Überwiegend grau ist es hierbei beispielsweise am Montag in den Niederungen im Süden sowie in Teilen des Westens. Überwiegend schön präsentiert sich indes der Osten zum Start in die nächste Wetterwoche. Und auch danach bleibt es - außerhalb beziehungsweise nach Auflösung von Nebelfeldern - vielfach freundlich oder sonnig und trocken. Die Temperaturen bewegen sich dabei meistens zwischen minus 3 und plus 7 Grad.