Panorama

Vor Coronavirus geflüchtet Deutsche Wuhan-Rückkehrer landen in Berlin

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In Tegel werden die Rückkehrer aus Wuhan laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen.

(Foto: REUTERS)

Ein Flugzeug der Bundeswehr ist mit Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan in Berlin gelandet. Sie hatten vorher in Oxford Halt gemacht. In Berlin warten allerdings erst mal zwei Wochen Quarantäne auf sie.

Rückkehr aus dem Seuchengebiet: Ein Bundeswehrflieger mit Deutschen an Bord, die aus der vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan geflüchtet sind, ist in Berlin gelandet. Die Maschine kam am Mittag auf dem Flughafen Tegel an, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte. Dort wurden die Rückkehrer laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen.

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Zuvor hatten die Deutschen in Oxford Halt gemacht, wohin sie mit einer britischen Chartermaschine geflogen waren. Das Flugzeug mit 200 Menschen, darunter etwa 20 Deutschen, war um 7.30 Uhr (8.30 Uhr MEZ) auf dem Militärflughafen RAF Brize Norton nahe Oxford gelandet, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Das Auswärtige Amt hatte sich am Samstagabend per Twitter bei den britischen Behörden bedankt: "Guten Flug und großen Dank an die britischen Behörden für die große Hilfe!"

An Bord der Maschine der Luftwaffe, die in Berlin-Tegel landete, waren außerdem auch 17 Menschen aus weiteren europäischen Ländern, erklärte Außenminister Heiko Maas. Diese sollten laut Auswärtigen Amt umgehend mit Sonderflügen von Berlin nach Luxemburg, Österreich, Rumänien und in die Niederlande weiterreisen.

In Berlin sollen alle Passagiere auf das Coronavirus getestet werden. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet. Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in einem DRK-Krankenhaus in Berlin-Köpenick bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen.

Gesundheitsminister Jens Spahn dankte dem Berliner Senat und dem Deutschen Roten Kreuz für "ihre Bereitschaft, die deutschen China-Rückkehrer und ihre Familien unterzubringen und medizinisch zu versorgen". Die Rückholaktion habe auch gezeigt, "dass wir Europäer in kritischen Situationen gut zusammenarbeiten", so Spahn.

Zahl der Toten weiter gestiegen

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Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus hat die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren überstiegen. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813. Bis auf ein Opfer auf den Philippinen und eines in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong haben sich alle Todesfälle auf dem chinesischen Festland ereignet - die meisten in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. In der Provinz kamen bislang 780 Menschen ums Leben.

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Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg zuletzt in China um weitere 2656 auf 37.198 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 bestätigte Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland.

Die in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan innerhalb kürzester Zeit gebauten Krankenhäuser mit Tausenden neuen Betten reichen derweil offenbar nicht aus. "Es gibt zu viele Menschen, die eine Behandlung brauchen", sagte Chen Yiping, deren Mutter trotz schwerwiegender Krankheitssymptome immer noch auf einen Platz im Krankenhaus wartete.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt von einer "etwaigen Stabilisierung" der Lage in der Provinz Hubei gesprochen, die "die Wirkung der Kontrollmaßnahmen widerspiegeln" könnte. Ian Lipkin, Professor an der Columbia Universität, erwartet den Höhepunkt des derzeitigen Krankheitsausbruchs innerhalb der kommenden zwei Wochen - wenn die getroffenen Maßnahmen wirklich gewirkt haben sollten. Der Experte, der mit Peking bereits während der Sars-Epidemie zusammenarbeitete, warnte jedoch vor einem möglichen Rückschlag, wenn viele Chinesen aus den verlängerten chinesischen Neujahrsferien an die Arbeit zurückkehren.

Quelle: ntv.de, kst/fzö/dpa/rts/AFP