Panorama

Gescheiterter Raubüberfall?Deutscher Austauschstudent in Kolumbien erschossen

10.01.2026, 07:57 Uhr
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Der Deutsche war in der Nähe von Uribia auf der kolumbianischen Halbinsel La Guajira unterwegs. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Ein 26-Jähriger aus Hessen studiert mehrere Monate an einer kolumbianischen Partnerhochschule der TU Darmstadt. Als Abschluss will er das Land auf dem Motorrad erkunden und fällt dabei Räubern in die Hände.

Ein deutscher Austauschstudent ist im Norden Kolumbiens mit Schussverletzungen tot aufgefunden worden. "Es wird untersucht, ob es mutmaßlich darum ging, ihm das Motorrad zu stehlen", zitierte das Nachrichtenportal "Notícias Caracol" die kolumbianische Nationalpolizei.

Der Leichnam des aus Darmstadt stammenden jungen Mannes sei im Gebiet Cuatro Vías im Departamento La Guajira im äußersten Norden Kolumbiens nahe der Grenze zu Venezuela gefunden worden. Nach Polizeiangaben wies er zwei Schussverletzungen im Brustbereich auf.

Das Auswärtige Amt bestätigte dem Hessischen Rundfunk, dass es sich bei dem Getöteten um einen deutschen Staatsangehörigen handele. Die deutsche Botschaft in Bogotá stehe in Kontakt mit der Familie. Näheres wolle man nicht mitteilen. Die Regionalzeitung "El Heraldo" berichtete, der 26-Jährige sei auf einem Motorrad unterwegs gewesen, als er überfallen wurde. Die Täter hätten ihm das Motorrad rauben wollen. Dagegen habe sich der Deutsche gewehrt. Daraufhin hätten die Täter ihn niedergeschossen. Beim Versuch, das Motorrad zu starten, seien sie gescheitert und daraufhin geflüchtet.

Reise zum Abschluss des Austauschprogramms

"Wir sind völlig erschüttert", sagte die Rektorin der Escuela Colombiana de Ingeniería Julio Garavito, Miriam Astrid Angarita, in einem Interview. Sie bestätigte, dass sich der Deutsche dort seit August vergangenen Jahres im Rahmen eines akademischen Austauschprogramms aufhielt. Der Umweltingenieur-Student war Teil eines Startups, das Software für eine nachhaltigere Wirtschaft entwickelt.

Nach dem Ende des Semesters habe der Student eine Reise durch verschiedene Regionen Kolumbiens geplant, bevor er nach Deutschland zurückkehren wollte. "Wir sind wirklich sehr betroffen von dieser Situation", erklärte Angarita. Der Fall ereignete sich demnach bereits am Dienstag (Ortszeit).

Die Behörden fahnden nach den Tätern. Die regionale Regierung setzte "Notícias Caracol" zufolge eine Belohnung von 70 Millionen kolumbianischen Pesos (knapp 16.000 Euro) für Hinweise aus, die zur Identifizierung und Festnahme der Verantwortlichen führen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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