Panorama

Kreuzfahrtlinie in der Kritik Deutsches Eisbären-Opfer verlässt Klinik

Eisbärenwächter des Kreuzfahrtschiffes "Bremen" töten bei einem Landgang einen Eisbär. Zuvor verletzte das Tier einen Deutschen. Während das Opfer das Krankenhaus wieder verlassen kann, entlädt sich in den sozialen Netzwerken der Zorn über den Vorfall.

Nach dem Eisbären-Angriff auf Spitzbergen darf ein verletztes deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "Bremen" das Krankenhaus wieder verlassen. Dies teilte das Krankenhaus im norwegischen Tromsø mit. Der sogenannte Eisbärenwächter war am Samstag laut dem Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit Kollegen auf dem zu Norwegen gehörenden Arktis-Archipel Svalbard an Land gegangen.

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Ein Eisbär hatte den Mann am Kopf verletzt, die anderen Wächter erschossen nach eigenen Angaben das Tier "aus Notwehr". Der Polizei in Svalbard zufolge bereiteten das 42 Jahre alte Opfer und die elf anderen Crew-Mitglieder einen Ausflug der Passagiere vor. Die Crew hatte ursprünglich versucht, den Bären durch Schreie und das Abfeuern einer Signalpistole zu vertreiben, sagte Polizeichef Ole Jakob Malmo.

Das tote Tier sei nun zur weiteren Untersuchung nach Longyearbyen, der größten Siedlung auf dem Archipel, gebracht worden. Die Behörden auf Svalbard warnen immer wieder vor der Gefahr, die von Eisbären ausgeht. Sie raten Menschen, die außerhalb der Siedlungen unterwegs sind, Feuerwaffen oder andere Vorrichtungen zur Abschreckung der Tiere bei sich zu tragen.

Empörung in sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken machten unterdessen etliche Nutzer weltweit ihren Unmut über den Kreuzfahrt-Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises Luft. Viele äußerten Unverständnis, warum Touristen unbedingt in Eisbären-Gebieten an Land gehen und in den Lebensraum der Tiere eindringen müssten. Schnappschüsse ließen sich schließlich auch von Bord aus bewerkstelligen.

Ein Tierschützer sagte dem US-Sender CNN der Vorfall sei besonders tragisch. "Wenn es nur noch 25.000 Eisbären auf dem Planeten gibt, dann ist jedes Exemplar wichtig", so Jeff Corwin.

In einer Stellungnahme bedauerte das Unternehmen den Vorfall "sehr". In den jeweiligen Ausflugs-Destinationen werde man als verantwortungsbewusster Partner respektiert. "Es tut uns sehr leid, dass es zu diesem Vorfall gekommen ist."

Quelle: ntv.de, fzö/dpa