ntv wünscht frohes neues JahrDeutschland begrüßt 2026

13 Stunden nach den Bewohnern des Südsee-Atolls Kiritimati begrüßen auch die Menschen in Deutschland das neue Jahr. Die größte Party steigt wie so oft am Brandenburger Tor. Das Polizeiaufgebot ist wie in den Vorjahren riesig. Dieses Jahr sind nicht nur Böller, sondern auch Glätte eine Gefahr.
Deutschland und Europa sind im neuen Jahr angekommen. Zehntausende Berliner und Gäste haben um Mitternacht mit einem großen Feuerwerk am Brandenburger Tor das neue Jahr begrüßt. Auch am Hamburger Hafen und in München stiegen große Partys bei frostigen Temperaturen: Vielerorts herrschte Dauerfrost. In Berlin wurden nach Glätteunfällen bereits weit vor Mitternacht viele Menschen mit Brüchen oder Prellungen im Unfallkrankenhaus behandelt.
Genauso früh wurden deutschlandweit bereits etliche Raketen und Böller gezündet - wie in den Vorjahren nicht folgenlos: In Leipzig verlor eine 16-Jährige beim Knallen ihren kleinen Finger. In Bochum starb eine 70-Jährige bei einer Explosion, die Berichten zufolge durch den Bau eines illegalen Böllers in der Nachbarwohnung ausgelöst wurde.
Politiker und Verbände riefen vor dem Jahreswechsel zudem dazu auf, beim Knallen Rücksicht auf Einsatzkräfte zu nehmen. In den vergangenen Jahren wurden Polizisten und Rettungskräfte wiederholt zum Ziel von Böller-Angriffen. In Berlin sorgten den Behörden zufolge dieses Jahr 4300 Polizisten für Sicherheit auf den Straßen. Das wären 1000 Einsatzkräfte mehr als im vergangenen Jahr und 3300 mehr als in normalen Nächten.
Diskussion um Silvesterböller
Wie in den Vorjahren flammte auch in diesem die Diskussion über ein Böllerverbot auf. Unter anderem Ärztevertreter, Polizisten und Tierschützer fordern ein generelles Anwendungsverbot für private Böller und Raketen. Denn immer wieder gibt es viele Verletzte durch Pyrotechnik und sogar Tote.
Die Niederlande haben diesen Schritt bereits vollzogen und privates Feuerwerk verboten. Beim kommenden Jahreswechsel darf nicht mehr geknallt werden. Für dieses Silvester rechneten die Behörden deshalb zum Abschied mit einer besonders lauten und intensiven Nacht.
Jahreswechsel mit Schweigeminute
Einige Stunden vor Deutschland rutschten in östlicheren Gefilden bereits Millionen andere Menschen ins neue Jahr. Den weltweiten Anfang machte um 11 Uhr MEZ das Südsee-Atoll Kiritimati mit rund 7300 Einwohnern, das zum Inselstaat Kiribati gehört. Es folgten unter anderem Neuseeland und Teile Australiens.
Sydney machte dabei zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag am Bondi Beach deutlich: Die Menschen in der Stadt lassen sich vom Terror nicht einschüchtern. Rund um die ikonische Harbour Bridge und das Opernhaus wurde um 14 Uhr deutscher Zeit wie gewohnt ein gigantisches Feuerwerk gezündet - unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die traditionellen Feiern am Bondi Beach wurden hingegen abgesagt.
An dem weltberühmten Strand hatten am 14. Dezember zwei Attentäter - ein Vater und sein Sohn - beim jüdischen Lichterfest Chanukka auf eine Menschenmenge geschossen. 15 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt.
Schon vor Mitternacht wurde der Opfer in einer bewegenden Schweigeminute gedacht. Auf die Pfeiler der ikonischen Harbour Bridge - die ganz in weißes Licht getaucht war - wurde unter anderem ein Chanukka-Leuchter projiziert. Tausende hielten Kerzen und andere Lichter in den Händen.
Lichtshows in asiatischen Glitzermetropolen
Spektakuläre Lichtshows fanden auch in vielen asiatischen Städten statt, so etwa in der Glitzermetropole Singapur, in Busan (Südkorea) oder Bangkok. Hongkong begann das neue Jahr hingegen ohne das traditionelle Silvester-Feuerwerk über dem Victoria Harbour. Die Behörden hatten die Großveranstaltung nach einem schweren Brand in einem Wohngebäude mit mindestens 160 Toten Ende November abgesagt.
Auf dem chinesischen Festland begann das neue Jahr im Vergleich zu vielen westlichen Ländern ruhiger. Zwar gab es auch hier Feiern und Zusammenkünfte. Der eigentliche Höhepunkt steht aber erst Mitte Februar an, wenn China nach dem traditionellen Mondkalender das neue Jahr begrüßt.
Vorgezogene Party in Spanien
In Spanien zog ein Dörfchen den Beginn des neuen Jahres eigenmächtig vor. In Villar de Corneja knallten die Sektkorken schon um 12 Uhr mittags. Rund 70 Bewohner und Besucher wünschten einander "Feliz Año Nuevo!" (Frohes neues Jahr). Der spanischen Silvester-Tradition folgend versammelten sie sich auf dem Hauptplatz und schoben sich kurz vor dem "Jahreswechsel" zu jedem der insgesamt zwölf Glockenschläge des Rathausturmes eine Weintraube in den Mund.
In Villar de Corneja gehen die Uhren nicht falsch. Der Grund für die frühe Silvesterfeier: Die 28 Bewohner - von denen nur vier ständig dort leben - sind alle betagt. Sie wollten auch am 31. Dezember um Mitternacht längst im Bett liegen. Deshalb wurde der Jahreswechsel in der Gemeinde etwa 150 Kilometer westlich von Madrid wie in den Vorjahren vorgezogen.
Feuerwerk an der Copacabana und "Ball Drop" in New York
Bis Neujahrsmittag deutscher Zeit wird noch an zahlreichen Orten weiter gefeiert. Von Flößen vor dem berühmten Copacabana-Strand in Rio de Janeiro werden um 4 Uhr MEZ Tausende Raketen und Böller in den tropischen Nachthimmel geschossen.
Sechs Stunden nach Deutschland startet dann der weltweit bekannteste Countdown: In New York wird der Times-Square-Ball an einem 43 Meter hohen Mast herabgelassen und läutet damit den Start ins neue Jahr ein. Der "Ball Drop" wird von Millionen Menschen verfolgt. Die Vereinigten Staaten feiern 2026 den 250. Jahrestag der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung. Deshalb soll die Kugel dieses Mal in den Farben der Nationalflagge erstrahlen: Rot, Weiß und Blau.
26 Stunden dauert es insgesamt, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Amerikanisch-Samoa, das nur 220 Kilometer östlich von Samoa auf der anderen Seite der internationalen Datumsgrenze liegt, wird schließlich der letzte bewohnte Ort der Erde sein, der das neue Jahr begrüßt - um 12 Uhr mittags deutscher Zeit.