Panorama

Bundesländer bieten Hilfe an Deutschland nimmt Patienten aus Italien auf

Italiens Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Mit mehr als 64.000 bestätigten Corona-Infizierten und 6000 Toten befindet sich das Land in einer seiner schwersten Krisen. Mehrere Bundesländer haben Hilfe angeboten und nehmen kranke Patienten auf. Auch Frankreich bekommt Unterstützung.

Eine Gruppe von in Sachsen zu behandelnden Corona-Patienten aus Italien ist in der Nacht am Flughafen Leipzig-Halle gelandet. Zwei Rettungsfahrzeuge standen auf dem Flugplatz für den Transport der Patienten ins Krankenhaus bereit. Zuvor hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer angekündigt, dass Sachsen Corona-Patienten aus Italien in seinen Krankenhäusern aufnehmen will. Man komme damit einer Bitte der italienischen Regierung nach.

Die Krankenhäuser im Freistaat hätten signalisiert, dafür die Kapazitäten zu haben. Zudem könne man durch die Behandlung der italienischen Patienten lernen, mit dem Virus umzugehen. "Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir auch anderen helfen können", sagte der CDU-Politiker. Zunächst hatte Kretschmer von sechs Patienten aus Italien gesprochen, am Abend war dann von acht Patienten die Rede, die auf mehrere Kliniken verteilt werden sollen. Die Patienten waren mit einem Flugzeug der italienischen Luftwaffe nach Deutschland geflogen worden und um etwa 1.00 Uhr in der Nacht gelandet.

Zwei der italienischen Coronavirus-Patienten werden am Universitätsklinikum Leipzig intensivmedizinisch betreut. "Sie sind in einem kritischen Zustand", sagte Klinikumssprecher Markus Bien der Deutschen Presse-Agentur. Neben den beiden Patienten aus Italien habe die Klinik aktuell keine weiteren Coronavirus-Patienten unter Beatmung. Am Dienstagnachmittag sollten weitere Patienten aus Italien nach Sachsen geflogen werden. Auch das Herzzentrum und das Helios Park-Klinikum Leipzig werden zwei Patienten auf der interdisziplinär geführten Intensivstation aufnehmen, sagte der Pressesprecher des Lehrkrankenhauses, Stefan Möslein. Die Aufnahme sei "ein solidarischer Akt".

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"Ein Signal der Humanität"

Nach Sachsen nehmen auch Nordrhein-Westfalen und Bayern Coronavirus-Patienten aus Italien zur Behandlung auf. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet sagte vor dem Düsseldorfer Landtag, er habe angeboten, "dass wir zunächst zehn Patienten aufnehmen". Die italienische Luftwaffe werde die Erkrankten "in den nächsten Tagen" nach Nordrhein-Westfalen verlegen, sagte Laschet.

Bayern wolle im Rahmen der Möglichkeiten mit "medizinischem Gerät" helfen, aber auch einige Patienten aus Italien aufnehmen, sagte Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung in München. "Wir wollen auch da ein Signal der Humanität setzen." Die konkrete Umsetzung müsse noch diskutiert werden. Söder kündigte außerdem an, die Bereitschaft der anderen Bundesländer, ebenfalls Italiener aufzunehmen, im Ministerrat abzufragen.

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Das Saarland hat sich derweil bereit erklärt, fünf Corona-Notfallpatienten aus der ostfranzösischen Region Grand Est aufzunehmen. Sie werden nun im Universitätsklinikum in Homburg behandelt. Sie seien am Montag eingeliefert worden, nachdem das Saarland der benachbarten Region Unterstützung zugesagt hatte, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer in Saarbrücken mit. Weitere Covid-19-Patienten aus Grand Est würden nicht erwartet.

Grand Est hat als Corona-Risikogebiet mit zahlreichen Fällen zu kämpfen. Am Montag wurden laut regionaler Gesundheitsbehörde 2348 Menschen in Krankenhäusern behandelt, davon 526 auf Intensivstationen. Seit dem Beginn der Pandemie sind dort 335 Menschen gestorben, darunter auch drei Ärzte. Aufnahme-Angebote für französische Notfallpatienten aus Grand Est waren zudem aus den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie aus der Schweiz und Luxemburg gekommen.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa/AFP