Panorama

Schnee und Glätte Deutschland startet in extreme Winternacht

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Wie hier auf der A71 in Thüringen herrschen schwierige Straßenverhältnisse.

(Foto: dpa)

In einem breiten Streifen von Niedersachsen und NRW über Nordhessen bis nach Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen stehen schwierige Stunden bevor. Schneefall von bis zu 40 Zentimeter, Verwehungen durch eisigen Schnee und Eisregen könnten für Chaos auf den Straßen sorgen.

Mit ersten Schneefällen und teils spiegelglatten Straßen ist Deutschland in eine Nacht gestartet, die in Teilen des Landes von extremen Wettererscheinungen geprägt ist. Laut wetter.de gab es in Sachsen, Thüringen und Brandenburg am Abend erste Unfälle. In diesen Gebieten hatte der Schneefall schon  am Abend eingesetzt. Auch im nördlichen NRW, dem Münsterland, dem südlichen Emsland, Nordhessen und dem südlichen Niedersachsen gibt es schon Schnee.

In Teilen Nordrhein-Westfalens setzte auch der befürchtete Eisregen ein. Zunächst habe es aber nur sehr kleine Hagelkörner gegeben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes. Lediglich im Siegerland schätzten die Wetterexperten die Gefahr sehr hoch ein und warnten vor verbreitetem Glatteis. Vom Siegerland aus ziehe sich der Eisregen in der Nacht in einem breiten Streifen über Wuppertal und Düsseldorf bis zur niederländischen Grenze. In diesem Gebiet sei zumindest örtlich mit Glätte zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit.

In den betroffenen Regionen Deutschlands bereiten sich die Räumtrupps und Feuerwehren für einen der größten Einsätze seit Jahren vor. Straßen und Schienenwege könnten nicht mehr befahrbar sein. Einzelne Zugverbindungen wurden bereits vorsorglich gesperrt - allerdings nur in der Mitte und im Norden des Landes.

In Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Sachsen-Anhalts galt am Samstag die höchste Warnstufe des DWD. In der Nacht rechneten die Meteorologen von Westen nach Osten von Bocholt bis Magdeburg mit starkem Schneefall und extremen Schneeverwehungen. In der nördlichen Mitte Deutschlands sei mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen. Bäume könnten unter der Schneelast zusammenbrechen, Straßen und Schienenwege unpassierbar werden. In weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen soll es Glatteis geben. . "Fahren Sie nur mit Winterausrüstung und vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten!", hieß es in der amtlichen Warnmeldung des DWD vom Samstag. Heftige Schneefälle führten in Thüringen bereits vielerorts zu Unfällen auf glatten Straßen. Es sei aber meist bei Blechschäden geblieben, hieß es am Samstagabend von der Landespolizeidirektion. Am Alpenrand gab es Warnungen vor schweren Sturmböen, im Norden und der Mitte vor Sturm- und Windböen.

"Vermeiden Sie Autofahrten!"

Viele Menschen schienen sich an die Unwetterwarnungen zu halten, etwa im verschneiten Harz, den Ausflügler am Samstag weitgehend mieden. "Wir stellen erfreut fest, dass die meisten Menschen die Unwetterwarnungen ernst genommen haben und sich heute nur wenige auf den Weg zu uns in den Oberharz gemacht haben", schrieb etwa die Polizei Goslar auf Facebook. Man hoffe, auch am Ende des morgigen Tages Ähnliches sagen zu können.

Die Meteorologen rechnen bis in die Nacht zum Montag mit Schneechaos. In der nördlichen Mitte Deutschlands sei mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen. Die Bahn setzte ihre Schneeräumtrupps in Bereitschaft, warnte aber trotzdem vor möglichen Zugausfällen. Vorsorglich wurden am Samstag und Sonntag alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen. Ebenfalls von den Anpassungen betroffen war die Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz. Auch im Regionalverkehr etwa in Nordrhein-Westfalen war mit Beeinträchtigungen zu rechnen.

In Niedersachsen waren Feuerwehr und Katastrophenschutz, Polizei, Verkehrsbetriebe und Bahnen, Straßenmeistereien und Räumdienste in Alarmbereitschaft. "Fahren Sie nur mit Winterausrüstung und vermeiden Sie grundsätzlich Autofahrten!", hieß es in der amtlichen Warnmeldung des DWD vom Samstag.

Weniger Sorgen machen müssen sich die Menschen im Süden, wo der DWD deutlich mildere Temperaturen vorhergesagt hatte - auch wenn sich das Wetter zumindest in Bayern am Samstag nicht ganz so gegensätzlich entwickelte wie erwartet. "Wenn man vom äußersten Norden und dem äußersten Süden absieht, ist es überall recht einheitlich, dicht bewölkt und zwischen vier und acht Grad", sagte ein Meteorologe des DWD. Das vorhergesagte frühlingshafte Wetter in Alpennähe trat also nicht ein. In München genossen am Samstag dennoch Surfer ihren Sport auf der künstlichen Welle im Englischen Garten. Dick eingehüllt in Neopren trotzten sie den Temperaturen des Eisbaches.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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