Panorama

Coronavirus auf Kreuzfahrtschiff Deutschland will Passagiere ausfliegen

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Die "Diamond Princess" liegt derzeit in Yokohama vor Anker.

(Foto: dpa)

Rund 3000 Menschen harren derzeit noch auf dem vom Coronavirus befallenen Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" aus - es liegt in Japan vor Anker und steht unter Quarantäne. Nun gibt es Pläne, die betroffenen Deutschen an Bord auszufliegen.

Die Bundesregierung möchte die acht auf einem vom Coronavirus betroffenen Kreuzfahrtschiff offenbar ausfliegen. Wie es in einem "Spiegel"-Bericht heißt, laufen bereits Gespräche mit Italien, das dabei sei, ein Flugzeug zu organisieren, um die eigenen Staatsbürger auszufliegen. Demnach könnten auch die Deutschen mitreisen, die derzeit noch an Bord der "Diamond Princess" sind. Zwei weitere sind mit dem Coronavirus infiziert und befinden sich laut dpa in einer Klinik. Beim "Spiegel" heißt es unter Berufung auf das Auswärtige Amt, es gehe ihnen gut und sie zeigten bisher keine Symptome der Lungenkrankheit Covid-19.

In Deutschland sollen die Betroffenen dann zunächst zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden. Laut Bericht könnten sie die Zeit aber in den eigenen vier Wänden verbringen und müssten nicht wie andere Verdachtspersonen in Kasernen oder Krankenhäuser bleiben.

Die "Diamond Princess" liegt derzeit im japanischen Yokohama vor Anker. Das Schiff steht unter Quarantäne, rund 3000 Menschen sind an Bord. 454 von ihnen sind nachweislich mit dem Virus infiziert. Nach offiziellen Angaben zeigten rund 20 von ihnen schwerere Symptome.

Hälfte der in Bayern Infizierten wieder zu Hause

In Bayern sind inzwischen sieben der insgesamt 14 Menschen, die sich seit Ende Januar mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hatten, wieder zu Hause. Unter ihnen ist eine Familie aus dem Landkreis Traunstein, wie die Leitung der Kliniken Südostbayern mitteilte. Die Eltern mit ihren Kindern hätten das Krankenhaus in Trostberg schon am Freitag verlassen, alle seien geheilt und nicht mehr ansteckend. Vor allem für die Kinder war die Quarantäne demnach psychisch stark belastend.

Zu den Voraussetzungen für eine Entlassung zählen mehrere negative Tests auf das Virus. Alle 14 Coronavirus-Fälle im Freistaat standen in Zusammenhang mit dem Unternehmen Webasto. Eine chinesische Kollegin hatte den Erreger bei einer Dienstreise unwissentlich eingeschleppt.

Keine Neuinfektionen auf "Westerdam"

Keine weiteren Ansteckungen gab es nach derzeitigem Stand bei Passagieren und Crewmitgliedern von der in einem Hafen in Kambodscha liegenden "Westerdam". Zuvor war eine 83-jährige Amerikanerin bei der Weiterreise in Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus gebracht worden. Zu den Reisenden auf dem Kreuzfahrtschiff hatten nach Angaben der Reederei auch 57 Deutsche gehört. Ein Teil von ihnen war in den vergangenen Tagen bereits an Land gegangen und hatte die Heimreise angetreten.

Unterdessen hat die Covid-19-Epidemie in China nicht an Wucht verloren. Mit dem Anstieg erfasster Infektionen auf mehr als 70.000 plant die Regierung dort nun sogar eine Verschiebung der Jahrestagung des Parlaments. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass die Sitzung des nationalen Volkskongresses verlegt wird.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa