Umfrage zum WeltnichtrauchertagDie Tipps der ntv.de-Leser fürs Entwöhnen

Mit dem Qualmen aufzuhören, ist leicht. Schwer dagegen ist es, das Leben ohne Zigaretten durchzuhalten. Zum Weltnichtrauchertag haben uns zahlreiche Leser ihre Erfolgsgeschichten erzählt - und ihre besten Tipps zum Durchhalten geteilt.
Es gibt Dinge, die versteht man wohl nur, wenn man sie selbst erlebt hat. Eine solche Erfahrung ist die Raucherentwöhnung. Kaum etwas zerrt so sehr an den Nerven wie der Verzicht auf die geliebte Zigarette - sei es wegen der Gewohnheiten oder dem Nikotinrausch im Hirn, der vom Glücksgefühl in etwa mit einem Orgasmus oder Kokain vergleichbar ist.
Anlässlich des Weltnichtrauchertages haben wir Leser gebeten, ihre Erfahrungen mitzuteilen und sind überrascht: Mehr als 60 ehemalige Raucher haben binnen weniger Stunden teils intime Einblicke in ihre schwierige Zeit der Entwöhnung gewährt. Sie alle wollen andere Raucher motivieren, den großen Schritt zu wagen. Und alle sind stolz, es geschafft zu haben. Kaum jemandem ist der Absprung von der Tabaksucht im ersten Anlauf geglückt.
Viele Süchtige, viele Methoden
Was auffällt: Die Strategien zum Durchhalten sind so vielfältig wie die Gründe fürs Anfangen und Aufhören mit dem Rauchen. Einig sind sich alle Leser: Man muss wirklich aufhören wollen. Vielen half tatsächlich die E-Zigarette, aber ohne Nikotin. So waren Hände und Mund beschäftigt, während der Körper auf Entzug war.
Einige empfehlen das zum Klassiker avancierte Buch "Endlich Nichtraucher" von Allen Carr, das manche jedes Mal wieder lesen, wenn sie in Versuchung geraten.
Derartige Beschäftigungsstrategien haben vielen geholfen: Frank und Jens schnüffeln in Schwächemomenten an ihrem letzten, nicht entleerten Aschenbecher. "Man muss einen Ekel entwickeln", rät Jens. So ähnlich tat es ein anderer Jens: Er rauchte immer billigere und ekligere Zigarettenmarken. Die letzte habe nach "Kamel-Dung" geschmeckt, schreibt er. Den Namen der Marke nennen wir besser nicht.
Große Töne und stille Helden
Manche haben ihr Umfeld einbezogen, um sich selbst Druck zu machen. Jürgen zum Beispiel tönte im Betrieb, wie leicht es doch sei, aufzuhören. Jetzt kann er keinen Rückzieher mehr machen. Andere wollten genau diesen Druck nicht und litten anfangs lieber still vor sich hin.
Leserin Claudia wollte es auch gar nicht allen zeigen, sondern nur einer: dieser ewig auftrumpfenden Bekannten, die meinte, alles besser zu können. Claudia freut sich noch nach 16 Jahren, vor ihrer Rivalin das Rauchen aufgegeben zu haben. Aber auch der bessere Geschmackssinn beim Hobby Kochen motivierte sie.
Carsten hat wegen des rauchfreien Lebens sogar ein neues Hobby gefunden: Er wollte eigentlich nur nach Feierabend den Fingern etwas zu tun geben - jetzt ist er leidenschaftlicher Modellbauer. Clemens wiederum versuchte, den neuen Lebensabschnitt als gewonnene Freiheit zu begreifen: "Ich finde es immer noch toll, nicht mehr den Zwang zu haben, dringend rauchen zu müssen", schreibt er uns.
Vielfältige Motivationshilfen
Peter ging ab dem ersten Nichtrauchertag regelmäßig laufen, um die freie Lunge in vollen Zügen zu genießen. Thorsten war auch ab sofort öfter draußen: Seine Frau war mit der Anschaffung eines Hundes einverstanden, wenn er dafür das Rauchen aufgibt. Seit neun Jahren erfreut sich Thorsten schon an dem Tier, das sein Herrchen nie rauchen gesehen hat.
Solche Motivationshilfen waren vielen Lesern nützlich: Frank freut sich jeden Monat über 200 Euro extra. Heinz-Werner muss jeden Monat 300 Euro für sein neues Cabrio abbezahlen und kann sich deshalb gar nicht leisten, wieder anzufangen. Auch Sven finanziert mit dem Nichtrauchen seine Motorrad-Leidenschaft.
"Du stinkst!"
Ausschlaggebend bei Sven war aber etwas anderes, oder besser: jemand anderes. Den Satz: "Papa, du stinkst!" habe er nie wieder hören wollen, schreibt Sven. Ähnlich ging es Frank, als dessen Freundin mit ihren beiden Kindern endlich bei ihm einzog. "Ich bin sehr dankbar, dass die Zigaretten nicht mehr über mein Leben bestimmen", schreibt er.
Auch Beate, Doreen, Jette und Mandy wollten keine rauchenden Mütter sein - und geben zu, wie schwer ihnen der Verzicht teilweise auch noch nach Jahren fällt. Angelika hat nach 35 Jahren das Qualmen beendet, weil sie die Sucht nicht ihrer fragenden Tochter erklären konnte. Der Gedanke daran hat ihr beim Durchhalten geholfen. Und wer es nicht für sich selbst oder die Kinder tut, tut es eben für seinen Partner: Andreas zum Beispiel schenkte seiner Freundin das Nichtrauchen zum Geburtstag. Wegen ihr hat er es geschafft, nicht wieder anzufangen. Das muss Liebe sein.
"Es war die Hölle!"
Alle Leser sind sich einig, dass der Entschluss zum Nichtrauchen aus einem selbst heraus kommen muss und dass das Durchhalten Kopfsache ist. Christian sagt sich selbst in schwachen Momenten immer einen Mantra-artigen Satz: "Wie dämlich muss ich sein, Geld dafür auszugeben, mich körperlich zu zerstören." Götz klammerte sich an den Gedanken, "dass die Zigaretten mich versklavt hatten und ich das nie wieder zulassen wollte".
Dieter hat es sich schlicht selbst versprochen, durchzuhalten und Marco hat versucht, einfach im Kopf den Schalter umzulegen. "Es war die Hölle! Ich hätte es nicht geglaubt, aber der Tag kommt wirklich, an dem man kein Verlangen mehr verspürt", schreibt er. Wer sich auf dem Weg dahin zu einsam fühlt, kann wie Leser Andreas das Forum der Seite www.rauchfrei-info.de aufsuchen. Dort ist Andreas inzwischen selbst als ehrenamtlicher Rauchfrei-Lotse aktiv und gibt Rat in schweren Stunden.
Wenn das Rauchen das Leben bedroht
Bei Thomas verlief der Rauchstopp dramatischer: Obwohl er viel Sport trieb, drohte dem starken Raucher akut ein Herzinfarkt. Er musste sich vier Stents setzen lassen. An der Hand blieb eine OP-Narbe zurück, die Thomas immer dann betrachtet, wenn der Körper nach Tabak verlangt. Leser Ted drohte wegen seines kaputten Herzens nicht mehr seine Rente zu erleben. Dass er das Alter nun im schönen Irland genießen darf, motiviert ihn, dem Tabak weiter fernzubleiben.
Im schlimmsten Fall ist erst der gesundheitliche Ernstfall der Zeitpunkt zum Aufhören: Ein Leser lag nach einem Herzinfarkt fünf Tage im Koma und ist heute Frührentner. Und Leser Ulrich hing 50 Jahre lang am Glimmstengel. Er wurde erst rauchfrei, nachdem Ärzte einen Mundbodenkrebs feststellten, "der inzwischen durch Resektion des Unterkiefers derzeit besiegt ist". Ulrich schreibt weiter: "Mein Rat an alle Raucher: Sofort aufhören!"
Auch Sie wollen mit dem Rauchen aufhören? Dann schalten sie am Samstag, 31.05.2025, ab 12:30 Uhr bei RTL die Sendung "Endlich Nichtraucher!" mit Wolfram Kons, Lilly Becker und Christian Häckl ein.