Panorama

Heißer Streit um den Glühwein Die meisten Weihnachtsmärkte finden statt

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Nürnberg und sein Christkindlesmarkt in Vor-Corona-Zeiten.

(Foto: imago images/Future Image)

Damit in der Corona-Krise das Adventsgefühl nicht zu kurz kommt, tüfteln deutsche Städte derzeit an virustauglichen Plänen für ihre Weihnachtsmärkte. Die gute Nachricht: Die meisten großen Märkte werden stattfinden. Die schlechte Nachricht: Der Glühwein könnte möglicherweise fehlen.

Trotz der Corona-Pandemie sollen die Weihnachtsmärkte in den meisten deutschen Städten stattfinden - allerdings unter strengen Auflagen. Das geht aus einer Umfrage des Evangelischen Pressedienstes hervor. So sollen in Nürnberg die Stände des Christkindlesmarkts mit größeren Abständen aufgestellt werden. Auch Dresden will am traditionellen Striezelmarkt festhalten und die Veranstaltungsfläche vergrößern. Heidelberg plant, den Weihnachtsmarkt auf verschiedene Plätze im Innenstadtgebiet zu verteilen. In Frankfurt am Main ist nach Angaben des Stadtmarketings bislang lediglich eine Grundsatzentscheidung gefallen, dass der Markt stattfinden soll.

Auch in Berlin werden nach derzeitigem Stand trotz Corona in der Adventszeit wieder Weihnachtsmärkte stattfinden können, berichtete der RBB. "Weihnachtsmärkte gehören zu Veranstaltungen im Freien", sagte ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung. Entsprechend seien bis zu 5000 Personen zugelassen. Veranstalter hätten jedoch ein entsprechendes Schutz- und Hygienekonzept vorzulegen. Bedingungen seien die Einhaltung des Mindestabstands sowie der maximal für die jeweilige Fläche zugelassenen Personenzahl, eine Steuerung des Zutritts und die Vermeidung von Warteschlangen.

In Hamburg wird erst zum Monatsende mit einer Entscheidung über die Weihnachtsmärkte gerechnet. Zunächst wurde der Hamburger Winterdom genehmigt. 6000 Besucher dürfen sich demnach gleichzeitig auf dem Heiligengeistfeld aufhalten. Der Ausschank von Alkohol inklusive Glühwein wurde untersagt.

Händler warnen vor Alkoholverbot: Glühwein ist Ritual

Der Deutsche Schaustellerbund lehnte unterdes ein Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten in der Corona-Pandemie ab. "Natürlich ist das Glühweintrinken ritualisiert. Niemand geht nur auf den Weihnachtsmarkt, um eine Wollmütze zu kaufen", sagte Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg der "Rheinischen Post". Hakelberg argumentierte, die Schausteller wüssten genau, dass die diesjährigen Weihnachtsmärkte eine Bewährungsprobe für die Volksfeste im kommenden Jahr seien, und wollten entsprechend restriktiv beim Ausschank vorgehen. "Allen ist klar, dass die Ordnungsbehörden Dauergast auf den Weihnachtsmärkten sein werden und streng kontrollieren."

Zuletzt hatten sich mehrere Politiker dafür ausgesprochen, Weihnachtsmärkte mit Hygienevorgaben zu erlauben, jedoch starke Beschränkungen beim Alkoholausschank verlangt. So sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder vor einer Woche der "Welt am Sonntag", für die Weihnachtsmärkte seien "kluge Konzepte" nötig "und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen". NRW-Ministerpräsident Armin Laschet regte einen kompletten Alkoholverzicht an.

Quelle: ntv.de, mau/AFP