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Legendäre Büro-KarikaturenSchöpfer von "Dilbert"-Comics gestorben

13.01.2026, 19:46 Uhr
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Scott Adams und "Dilbert" im Jahr 2006. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Über Jahrzehnte amüsieren sich Zeitungsleser weltweit über den Büroalltag von "Dilbert". Sein Autor, Scott Adams, fiel nach Rassismusvorwürfen zuletzt in Ungnade. Nun ist der Comiczeichner im Alter von 68 gestorben.

Der Schöpfer der US-Comicserie "Dilbert", Scott Adams, ist tot. Er sei friedlich im Alter von 68 Jahren gestorben, teilte seine Ex-Frau Shelly Miles mit. In den sozialen Medien verlas sie einen Abschiedsbrief des Zeichners an seine Fans. "Ich hatte ein unglaubliches Leben", heißt es darin. "Mein Körper ist vor meinem Geist gegangen." Der Comiczeichner litt an Prostatakrebs und wurde zuletzt in einem Hospiz behandelt.

Adams wurde vor mehr als drei Jahrzehnten mit seinen satirischen Comics über Menschen im Büro weltweit bekannt. "Dilbert" erschien erstmals 1989 und handelt von einem Ingenieur, der unter den Arbeitsbedingungen in einem Hightech-Unternehmen leidet. Auf dem Höhepunkt von Adams' Karriere erschien der Comic über die Absurditäten des Büroalltags in mehr als 2000 Zeitungen in aller Welt. Der Zeichner veröffentlichte zudem das Buch "Das Dilbert-Prinzip". Adams verarbeitete darin satirisch die These, dass die unfähigsten Mitarbeiter auf Chefpositionen befördert werden.

Vor zwei Jahren wurden Rassismusvorwürfe laut, was zu einem breiten Boykott seiner Zeichnungen führte. Grund war ein Podcast-Video, in dem er Schwarze als "Hassgruppe" verunglimpfte und Weißen riet: "Haltet euch verdammt noch mal von Schwarzen fern." Adams kommentierte damit die Umfrage eines rechtsgerichteten Instituts, wonach nur 53 Prozent der Schwarzen der Aussage "Es ist ok, weiß zu sein" zustimmten. Viele große Zeitungen wie die "Washington Post" beendeten daraufhin die Zusammenarbeit mit dem "Dilbert"-Autor.

Später bezeichnete Adams seine Äußerungen als bewusste Überzeichnung und warf US-Medien vor, ihn wegen seiner Meinung boykottiert zu haben. Unterstützung erhielt der Zeichner unter anderem von Elon Musk. Der Tech-Milliardär warf den US-Medien "Rassismus" gegen den weißen Comicautor vor.

US-Präsident Donald Trump würdigte Adams nach dessen Tod als "großartigen Influencer" und veröffentlichte ein älteres Foto. Es zeigt die beiden gemeinsam im Weißen Haus. Trump schrieb dazu: "Er war ein fantastischer Typ, der mich gemocht und respektiert hat, als es noch nicht Mode war." Vor der Präsidentschaftswahl 2016 hatte sich Adams öffentlich für Trump starkgemacht.

Quelle: ntv.de, gri/AFP

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