Panorama

Einbruch im Grünen Gewölbe Dresdner Polizei geht von vier Tätern aus

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Das Grüne Gewölbe bleibt noch geschlossen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wenige Tage nach dem spektakulären Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe von Dresden sucht die Polizei nach vier Tätern. Allerdings gestalte sich die Tatortarbeit als "sehr aufwendig". Grund dafür ist unter anderem der Pulverfeuerlöscher, mit dem die Täter Spuren verwischen wollten.

Nach dem Einbruch in die Schatzkammer Grünes Gewölbe in Dresden geht die Polizei inzwischen von vier Tätern aus. Die Polizeidirektion Dresden bestätigte heute dementsprechende Medienberichte. Demnach sollen neben den zwei Tätern, die im Inneren des Residenzschlosses auf einem Überwachungsvideo zu sehen sind, noch zwei weitere Verdächtige außerhalb des Gebäudes gewesen sein.

Die Tatortarbeit gestalte sich "sehr aufwendig", heißt es von den Ermittlern. Denn die Täter benutzten einen Pulverfeuerlöscher, um ihre Spuren zu verwischen. Bislang seien bei der Sonderkommission "Epaulette" insgesamt 205 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Diese würden ausgewertet und "priorisiert abgearbeitet". Zudem würden weiter Aufnahmen verschiedenerer Überwachungskameras ausgewertet.

Am Montagmorgen waren Einbrecher durch ein Fenster in das Grüne Gewölbe eingedrungen. Binnen Minuten stahlen sie aus einer Vitrine Juwelenschmuck von großem Wert und flohen dann mit einem Auto, das sie später in einer Tiefgarage anzündeten. Auch der Brand eines Stromverteilerkastens nahe der Augustusbrücke soll mit der Tat in Verbindung stehen. Dadurch fiel am frühen Morgen die Straßenbeleuchtung um den Tatort im Residenzschloss aus. Nach Recherchen der "Bild"-Zeitung soll die Polizei später auch Einbruchwerkzeug in dem ausgebrannten Auto gefunden haben.

*Datenschutz

Der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram, äußerte sich in der "Sächsischen Zeitung" nun zu den Sicherheitsvorkehrungen im Schatzkammermuseum. "Unser Sicherheitssystem ist vor vier Jahren überprüft worden mit dem Ergebnis: alles bestens", sagte er. "Das war fast wie 'Mission Impossible', was die da veranstaltet haben." Überrascht zeigte sich Syndram davon, wie schnell das Glas der Vitrine zerstört werden konnte. "Das, was uns der Lieferant des Sicherheitsglases versprochen hat, hat nicht gehalten." Man sei davon ausgegangen, dass man eine Viertelstunde mit einer Axt darauf einschlagen muss, bevor es beschädigt werden kann.

Unterdessen ist das Dresdner Residenzschloss erstmals nach dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe wieder geöffnet. Der Andrang der Besucher hielt sich jedoch in Grenzen: "Es sind weniger als normal nach dem regulären Schließtag", sagte eine Mitarbeiterin an der Kasse im Kleinen Schlosshof. Das Grüne Gewölbe bleibt bis auf Weiteres noch geschlossen.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/dpa