Panorama

Gefahr im Luftverkehr nimmt zu Drohne schlägt neben Familie ein

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Viele Drohnen sind Flugzeugen in diesem Jahr bereits gefährlich nahe gekommen.

(Foto: dpa)

In München fliegt eine Drohne gegen den Olympiaturm und stürzt ab. Dabei schlägt sie nur wenige Meter neben einer Familie auf den Boden auf. Unfälle wie dieser sind keine Seltenheit mehr - nicht nur Menschen am Boden sind gefährdet.

In 181 Metern Höhe ist in München eine Drohne gegen ein Außenfenster des Drehrestaurants im Olympiaturm geflogen und abgestürzt. Das etwa 1,7 Kilogramm schwere Fluggerät sei nur wenige Meter neben einer Familie mit zwei Kindern am Boden eingeschlagen, berichtete die Polizei. Zur Unfallzeit am Nachmittag des 30. Oktobers, eines Sonntags, hätten sich in näherer Umgebung des Olympiaturms etwa 400 Menschen befunden.

Der Drohnenpilot konnte der Polizei zufolge ausfindig gemacht werden. Dem 36-Jährigen werde eine Gefährdung des Luftverkehrs vorgeworfen, wofür im Fall einer Verurteilung Strafen von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Haft möglich sind.

Nach Auswertung von mit der Drohne gemachten Filmaufnahmen stellte die Polizei trotz des im Olympiapark geltenden Verbots von Motorfliegern eine Vielzahl von Flügen am Tattag über dem Olympiagelände fest. Zum Absturz kam es demnach wohl, als der Mann versuchte, Aufnahmen vom Innenraum des Drehrestaurants zu machen.

Konflikte im Luftraum nehmen zu

Die Zahl der gefährlichen Vorfälle mit Drohnen im deutschen Luftraum hat sich in diesem Jahr verfünffacht. Von Januar bis Oktober seien bereits 61 Fälle registriert worden, in denen Drohnen bemannten Fliegern gefährlich nahe gekommen seien, teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Dienstag in Langen mit. Im gesamten Jahr 2015 waren es nur 14 derartige Zwischenfälle.

Die meisten Behinderungen durch Drohnen wurden demnach in den ersten zehn Monaten dieses Jahres am Frankfurter Flughafen verzeichnet, gefolgt von den Flughäfen Köln/Bonn und München. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 400.000 privat und gewerblich genutzte Drohnen. Die DFS rechnet damit, dass sich die Zahl bis 2020 auf rund 1,2 Millionen verdreifachen wird. Damit komme es aber zunehmend zu Konflikten im Luftraum.

Ist ein Drohnenführerschein bald Pflicht?

Die Deutsche Flugsicherung fordert deshalb einen "Drohnenführerschein für alle". Bereits ab einem Startgewicht von 250 Gramm sollten Drohnenpiloten einen Sachkundenachweis erbringen müssen. Bislang gilt dies nur für gewerbliche Nutzer und ab einem Startgewicht von fünf Kilogramm. Die DFS will außerdem die Gültigkeit des Führerscheins zeitlich beschränken.

Zudem will die DFS alle Drohnen ab einem Gewicht von 250 Gramm in einem zentralen Verzeichnis registrieren. Die Neufassung der Luftverkehrszulassungsordnung, die derzeit im Bundesverkehrsministerium in Arbeit ist, sieht bislang lediglich eine Kennzeichnungspflicht von Drohnen vor.

"Wir als DFS müssen wissen, wer am Himmel unterwegs ist", erklärte Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle. "Wenn wir unbemannte Luftfahrtsysteme sicher in den Luftverkehr integrieren wollen, ist eine Registrierung unabdingbar."

Quelle: ntv.de, vck/AFP

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