Panorama

Ausbreitung wie ein Waldbrand Ebola bedroht nationale Existenz Liberias

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Oftmals infizieren sich die Helfer selbst.

(Foto: dpa)

Liberia ist von allen afrikanischen Ländern am schwersten von der Ebola-Epedemie betroffen. Seine normalen Aufgaben kann der Staat schon jetzt nicht mehr erfüllen. Demnächst werden tausende Neuinfektionen erwartet. Das Land könnte untergehen.

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Die Dunkelziffer der Infizierten ist viel höher als offiziell bekannt.

(Foto: REUTERS)

Die sich in Liberia besonders rasant ausbreitende Ebola-Epidemie bedroht nach den Worten von Verteidigungsminister Brownie Samukai die Existenz des Landes. Die Krankheit breite sich wie ein Waldbrand aus, der alles auf seinem Weg vernichte, sagte der Minister vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Liberia ist am schwersten von der Epidemie betroffen, die in mehreren Staaten Westafrikas grassiert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet dort Tausende Neuinfektionen schon in den kommenden Wochen. Mehr als 1000 Menschen sind in Liberia bereits an der Krankheit gestorben, das ist aber nur die offizielle Zahl. Die Seuche habe bereits dazu geführt, dass der Staat seine normalen Aufgaben nicht mehr erfüllen könne, sagte Samukai.

Die UN-Sondergesandte für Liberia, Karin Landgren, verwies darauf, dass mindestens 160 liberianische Gesundheitshelfer selbst an Ebola erkrankt seien. Die Hälfte von ihnen sei bereits gestorben. Sie warnte davor, dass die tatsächliche Lage viel schlimmer sei, als die offiziellen Zahlen vermuten ließen.

Liberia, Guinea und Sierra Leone gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, rief in die internationale Gemeinschaft zu einem größeren Engagement im Kampf gegen das tödliche Virus auf. Die derzeitigen Anstrengungen seien nicht ausreichend. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte am Freitag gefordert, die Hilfen für die betroffenen Staaten um 600 Millionen Dollar (knapp 460 Millionen Euro) aufzustocken.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/rts