Panorama

Das Sterben nimmt kein Ende Ebola rafft über 5000 Menschen dahin

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Noch immer wütet Ebola in Westafrika. Besonders schwer betroffen ist Sierra Leone.

(Foto: REUTERS)

Seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika ist die Zahl der Opfer bereits auf über 5000 gestiegen. Die WHO schätzt die Dunkelziffer weit höher ein. In Sierra Leone gibt es besonders viele Neuinfektionen.

Die Zahl der Todesfälle durch die Ebola-Seuche in Westafrika ist auf mehr als 5000 gestiegen. In den drei am stärksten betroffenen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone liege sie inzwischen bei 5147, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Wegen der Sterblichkeitsrate von rund 70 Prozent gehe man aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer bei den Opferzahlen aus. Insgesamt seien 14.068 Infektionen bekannt.

Zwar gebe es Hinweise, dass sich die Lage in Guinea und Liberia beruhige, erklärte die UN-Organisation. "Aber in Sierra Leone steigt sie weiter steil an." Dort seien in der Woche bis zum 9. November 421 Neuinfektionen verzeichnet worden. Erst kürzlich wurde ein zweiter Todesfall in Mali bekannt. Das Land hat eine 800 Kilometer lange Grenze zu Guinea.

Krisenkoordinator hält Reisen für ungefährlich

Ungeachtet der Schreckensmeldungen aus Sierra Leone, Liberia und Guinea hält der UN-Krisenkoordinator für die Ebola-Gebiete einen Verzicht auf Reisen in die Region für unnötig: "Ich möchte Touristen ermutigen, in diese Länder zu reisen, ich möchte Geschäftsleute ermutigen, auch weiterhin in diesen Ländern zu arbeiten. Es gibt keinen Grund, das nicht zu tun", sagte er bei einem Treffen mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen am UN-Sitz in New York.

Anders sehen das offenkundig einige Fluggesellschaften, die ihre Streckenverbindungen in die Region gestrichen haben. Er selbst begebe sich regelmäßig in die Hauptstädte der drei westafrikanischen Länder und könne diese als Reiseziel nur empfehlen, sagte Nabarro. Freetown, Monrovia und Conakry hätten "fantastische touristische Attraktionen" zu bieten, nur seien diese "momentan leider schlecht besucht".

Was Kritiker als Sorglosigkeit betrachten mögen, verteidigte Nabarro mit dem Argument, dass das Ebola-Virus ausschließlich durch direkten Kontakt mit einem Infizierten übertragen werden könne - und genau das sei meistens "vermeidbar". Außerdem gelte nach wie vor, dass die Heilungschancen bei einer Ansteckung "sehr hoch" seien, wenn Ebola schon "in einem sehr frühen Stadium" diagnostiziert werde.

Quelle: ntv.de, spt/AFP/rts