200.000 Euro eingesteckt?Ex-Chefin der Regensburger Tafel soll Gelder veruntreut haben

Seit 1993 verteilt die Tafel Lebensmittel an bedürftige Menschen. Sie finanziert sich durch Spenden. Eine ehemalige Ortschefin in Regensburg soll das ausgenutzt und Zehntausende Euro veruntreut haben.
Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Anklage gegen die frühere Chefin der örtlichen Tafel erhoben. Der Frau wird Untreue in 255 Fällen vorgeworfen, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Demzufolge soll die 50-Jährige von 2021 bis 2024 als damalige Chefin der lokalen Tafel in Regensburg Gelder und andere Vermögensgegenstände in Höhe von insgesamt 68.000 Euro veruntreut haben.
Ausgangspunkt der Ermittlungen sei eine Anzeige einer ebenfalls ehemaligen Mitarbeiterin gewesen, nachdem ihr Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Die Angeklagte hatte daraufhin ihre Taten bereits eingeräumt und in der Befragung sogar eine wesentlich höhere Summe von bis zu 200.000 Euro angegeben. Ihre Schätzung habe nach Auswertung der Unterlagen den Ermittlern jedoch zu hoch gelegen.
Laut Staatsanwaltschaft soll die Frau vor allem Geld eines Paypal-Spendenkontos und Bareinnahmen veruntreut haben. Bereits im vergangenen Sommer hatte die Polizei die Räumlichkeiten des Vereins deshalb durchsucht. Die 50-Jährige hatte infolge der Ermittlungen ihr Amt niedergelegt und wurde zwischenzeitig festgenommen. Der Staatsanwaltschaft zufolge befindet sie sich derzeit unter Auflagen außer Vollzug.
Die Tafel wurde 1993 von Sabine Werth in Berlin gegründet. Sie finanziert sich durch Spenden, sammelt Lebensmittel und verteilt sie an armutsbetroffene Menschen weiter. Deutschlandweit gibt es inzwischen über 970 Ortsvereine.