Panorama

Vitrine gezielt zertrümmert Einbrecher erbeuten Juwelen in Grünem Gewölbe

Im Dresdner Grünen Gewölbe sind Staatsschätze August des Starken ausgestellt. Bei einem aufsehenerregenden Einbruch erbeuten Diebe nun wohl mehrere Diamantgarnituren. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler sind zwei Täter auf der Flucht.

Bei dem Einbruch in das historische Grüne Gewölbe in Dresden sind drei Juwelengarnituren entwendet worden. Es seien eine Brillantengarnitur und zwei Diamantengarnituren gezielt aus einer Vitrine gestohlen worden, sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Marion Ackermann, vor Journalisten. Ob die drei Garnituren vollständig gestohlen wurden, könne sie noch nicht sagen, weil die Spurensicherung noch vor Ort sei.

Ein genauer finanzieller Schaden lasse sich nicht beziffern, sagte Ackermann. "Wir können es gar nicht in einem Wert auflösen, da es unverkäuflich ist - es gibt keinen finanziellen Wert, mit dem wir arbeiten." Ackermann sagte, der Materialwert der Schmuckstücke sei an sich nicht so hoch zu bewerten. Insgesamt handelt es sich nach Aussage von Museumsleiter Dirk Syndram um knapp 100 einzelne Steine. Dass die Garnituren aufgebrochen würden, um die Steine einzeln zu verkaufen, sei eine "schreckliche Vorstellung", bekräftigte Ackermann. Nach Polizeiangaben gingen die Täter "zielgerichtet" auf die Vitrine mit den Schmuckstücken zu und zertrümmerten diese.

Die Polizei geht von mindestens zwei Tatverdächtigen aus. Auf der Kamera im Juwelenzimmer seien zwei Einbrecher zu sehen gewesen, sagte der Leiter der Kriminalpolizei, Volker Lange. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Tatverdächtige beteiligt gewesen sein. Die Täter seien durch ein Fenster eingedrungen, hätten ein Gitter durchtrennt und das Fenster eingeschlagen.

Stromversorgung durch Feuer unterbrochen?

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Der Einbruch sei am frühen Montagmorgen gemeldet worden. Um 4.59 Uhr hätten sie vom Sicherheitsdienst die Information bekommen, dass es zu einer Einbruchshandlung komme, sagte der Dresdner Polizeipräsident Jörg Kubiessa bei einer Pressekonferenz. Kurz darauf sei der erste Streifenwagen beauftragt worden. Einen Fahndungserfolg gebe es noch nicht.

Möglicherweise seien die Täter mit einem Auto geflüchtet, sagte Lange. Laut Kubiessa fahndeten bereits wenige Minuten nach der Einbruchsmeldung 16 Streifenwagen nach den Verdächtigen. Zudem wurden kurz darauf die an Dresden grenzenden Polizeibezirke, die Polizei in Brandenburg und die Bundespolizei informiert.

Am Morgen brannte ein Stromkasten unter der Augustusbrücke, wodurch möglicherweise die Stromzufuhr zu den Staatlichen Kunstsammlungen unterbrochen wurde. Eine Sprecherin des Energieversorgers Drewag bestätigte den Vorfall: "Die Drewag musste den Schaltkasten außer Betrieb setzen." Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist noch unklar. Die Täter könnten die Stromzufuhr unterbrochen haben.

Die Dresdner Polizei hat nach eigenen Angaben auch Kontakt zu Ermittlern in Berlin aufgenommen. Sie stünden in Kontakt mit Berlin, um zu sehen, "was gibt es für Zusammenhänge, was gibt es für ähnliche Tatmuster", sagte der Leiter der Kriminalpolizei. In Berlin hatten Unbekannte im Frühjahr 2017 im Bodemuseum eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze gestohlen.

Das Dresdner Residenzschloss kann eventuell am Mittwoch wieder geöffnet werden. Dies habe die Polizei in Aussicht gestellt. "Es ist noch unklar, ob wir das wirklich machen können", sagte Ackermann. Nach dem Einbruch blieb das Residenzschloss am Montag für Besucher geschlossen. Ein Schild am Eingang in deutscher und englischer Sprache wies darauf hin, dass das Museum aus "organisatorischen Gründen" geschlossen bleibe.

Quelle: pbu/dpa